Allgem. Zeitung: Beil. Nr. 350. Der deutsche Geschichtsverein in Böhmen. — Nr. 363. Aachener Stadtrechnungen aus dem 14. Jahrhundert. Karl’s IV. und Wenzel’s Königskrönungen.

Bayer. Zeitung: Morgenbl. Nr. 344. Ein Beitrag zu den Alterthümern des Hauses Wittelsbach (der silberne, vergoldete Hammer, welchen Papst Julius III. im Jahre 1550 bei Eröffnung des Jubiläums gebrauchte). — Nr. 349. Der Fund zu Gauting. (Franz Trautmann.) — Nr. 356 ff. Das Vehmgericht in Westphalen. (A. Eisenhart.) — (1866:) Nr. 2. Ein Schauspiel mit Musik vom Jahre 1510. — Nr. 6. Zur Frage der Vehmgerichte. (H Vocke.) — 16 ff. Zur Culturgeschichte der Handwerksbräuche. (Franz Trautmann.)

Illustr. Zeitung: Nr. 1173. Die Entdeckung römischer Alterthümer in der Nähe von Huddersfield in England. — Schloſs Tirol bei Meran. — Nr. 1175. Der Deutsche im französischen Sprichwort. — Das Rathhaus in Brüssel. — Nordische Schachfiguren des 12. Jahrhunderts.

Vermischte Nachrichten.

1) Die Versteigerung der Kunst- und Antikensammlung des verstorbenen Direktors Böhm in Wien ist am 18. Decbr. beendet worden. Namentlich für kleine Holzschnitzwerke wurden enorme Preise bezahlt. Figürchen von deutschen Meistern des Mittelalters kamen auf 500–1000 fl. Einen wirklich fabelhaften Preis erreichten zwei in Holz geschnitzte Köpfe von Holbein (nach Andern aus der burgundischen Schule), welche sammt Postament 5 Zoll hoch sind. Direktor Böhm hatte beide Stücke vor vielen Jahren um 33 fl. in Wien gekauft. Es boten darauf der Wiener Kunsthändler Posonyi, der mit einem Angebot von 5000 fl. begann, der Kunsthändler Kleemann aus Paris (für Baron James Rothschild daselbst) und der Antiquitätenhändler Plach (für Baron Anselm Rothschild in Wien), welche die Köpfe so in die Höhe trieben, daſs sie endlich dem letztem für 11,800 fl. zugeschlagen wurden. — Bei derselben Versteigerung wurde für die kgl. Gemäldegallerie in Dresden ein Bildchen, Christus am Kreuze darstellend, erstanden, welches, nur 8½ Zoll hoch und halb so breit, den Preis von 3000 Thlr. erzielte. Es ist von Albrecht Dürer gemalt, trägt die Jahreszahl 1500 und soll seinerzeit in der Sammlung des Kaisers Rudolf II. in Prag gewesen sein.

(Aus Wiener Bl.)

2) Das Kunstinstitut von Gustav Schauer in Berlin hat die Herausgabe eines photographischen Albums Holbeinischer Schöpfungen unternommen. In dieses Album sind die Bildnisse Hans Holbein’s, Sigmund Holbein’s, Jakob Fugger’s, Lienhard Wagner’s und des Kunz von der Rosen, ein Flügel des Sebastian-Altars, der Brunnen des Lebens, der Orgelflügel des Basler Münsters, die Madonna, das Leben des Morritt, vier Blätter aus dem Todtentanz auf der Dolchscheide aufgenommen. Den Text mit einer ausführlichen Biographie Hans Holbein’s hat Dr. Alfred Woltmann geliefert, derselbe Kunstforscher, welcher seit längerer Zeit mit einem gröſsern Werke über Holbein beschäftigt ist und daher das Material zu solch einer Arbeit am vollständigsten beisammen hatte.

(Ill. Ztg.)

3) Der philosoph.-historischen Classe der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien wurde zur Aufnahme in ihre Schriften zugesandt: „ Die Utraquisten in Böhmen.“ Quellenmäſsig dargestellt von Dr. Clemens Borowy. Der eigentlichen Abhandlung ist vorausgeschickt eine Vorbemerkung, in welcher die Absicht des Verfassers bekannt gegeben wird, im Verein mit dem böhmischen Landesarchivar, Professor Gindely, die gesammten „Acten des katholischen und utraquistischen Consistoriums“ im 16. und 17. Jahrhunderte nach den bisher vorhandenen ungedruckten Quellen zu veröffentlichen. Die Mehrzahl dieser Quellen ist in böhmischer, ein anderer Theil in deutscher, und ein dritter in lateinischer Sprache verfaſst; die Originalien befinden sich in den Archiven des Prager Erzbischofes, des Domcapitels, der k.k. böhmischen Statthalterei, der Universität und anderen. Gegenstand der Abhandlung selbst ist die Disciplin der Utraquisten, wie sie im Verlaufe des 16. Jahrhunderts sich gestaltete.

4) Dem böhmischen Museum in Prag hat der Stadtrath von Neuhaus ein werthvolles Geschenk mit elf lateinischen Folianten theologischen, naturwissenschaftlichen und lexikalischen Inhalts gemacht, welche sämmtlich aus der ersten Periode der Buchdruckerkunst stammen. Dabei ist noch ein Foliomanuscript aus dem Jahre 1466 befindlich, welches die Episteln des Apostels Paulus enthält. Sie sind sämmtlich wohl erhalten und mit kunstreichen Initialen verziert.