(Ill. Ztg.)
5) Der Alterthumsforscher Quiquerez in Delsberg (Délemont), Cantons Bern, hat auf dem Felsen bei Courroux die Reste eines keltischen Dorfes mit vielen Bruchstücken von keltischen Töpferwaaren von den ältesten Zeiten bis zur Einführung des Eisens, nebst mehreren Werkzeugen aus Stein und aus Bronze entdeckt, welche vollkommen mit den in den Pfahlbauten gefundenen übereinstimmen.
(Mgbl. z. bayer. Ztg.)
6) Ueber die Aufdeckung von vier keltischen Grabstätten bei Teplitz, südwestlich von der Strasse nach Lobositz zwischen den Dörfern Ratsch und Woboschan gelegen, wird geschrieben: Diese Gräber haben 4 Fuſs Länge und 2 Fuſs Breite und sind an den Wänden mit je einer aufrechtstehenden Steinplatte von Gneis ausgesetzt, ebenso mit einer Platte bedeckt. Jedes Grab enthält vier Urnen von schwachgebranntem Thon, deren Inhalt aus verbrannten Knochenresten besteht und theilweise auch einzelne Schmuckgegen stände aus Kupfer aufweist; nur zwei der Urnen wurden unversehrt herausgehoben. Weit zahlreicher ist das Vorkommen dicht aneinander stehender flacher Schalen, höchstens 4 bis 5 Zoll hoch und 8 bis 10 Zoll im Durchmesser, welche dicht unter der Dammerde in einer von kothigen Bestandtheilen schwarzen Erdschichte ruhen und mit einer Decke von basaltischen Gebilden versehen sind. Insofern die Knochensplitter auch Thieren angehören, dürfte man es neben einer Begräbniſsstätte auch mit einem Opferplatze zu thun haben. Fürst Clary, in dessen Besitz die Fundstücke übergegangen sind, wird im kommenden Frühling geregelte Nachgrabungen an der Stelle vornehmen lassen.
(Ill. Ztg.)
7) Bei dem Graben eines Brunnens zu Rudolphsheim bei Wien wurden in einer Tiefe von 5 Klaftern römische Grabstätten mit Aschenurnen entdeckt.
(Mgbl. z. B. Z.)
8) Bei dem Marktflecken Frankenmarkt in Oberösterreich wurde gelegentlich von Erdabgrabungen in der letzten Zeit ein vollkommen wohlerhaltener römischer Meilenstein gefunden, welcher die Aufschrift trägt: „Marcus Aurelius. — Antoninus Pius.“ Der Stein ist dem Landesmuseum in Linz zur Aufbewahrung übergeben worden.
(Ill. Ztg.)
9) In Regensburg soll bei Gelegenheit der Ausschlammung eines Brunnens in der Kramgasse (im ehemaligen Judenquartier) ein sehr interessanter Münzfund gemacht worden sein, und zwar von gröſsern und kleineren Gold- und Silberstücken aus dem 15., 16. und 17. Jhdt., welche, wie vermuthet wird, im dreiſsigjährigen Kriege in den Brunnen hinabgelassen wurden.