(Frk. Kur.)
10) Die protestantische Kirche zu Kloster-Grab in Böhmen, welche 1618 auf Befehl des Prager Erzbischofs Lohelius niedergerissen und wegen dieser Handlung, zugleich mit der Schlieſsung der Kirche in Braunau, die nächste Veranlassung zum dreiſsigjährigen Kriege wurde, ist vollständig zerstört. In einem der Stadtgemeinde gehörigen, hinter dem Rathhause liegenden Obstgarten bemerkt man einen kleinen viereckigen, etwas erhöhten Platz, und unmittelbar daneben einen noch kleineren, in ähnlicher Weise erhöhten Fleck. Das sind die Stellen, auf welchen sich einst das Kirchlein erhob. Der letzte Stein der Kirche diente noch vor wenigen Jahren auf einer nahe gelegenen Kegelbahn zur Unterlage der Kegel und ist jetzt ebenso verloren, wie schon 1855 alle im Rathhause befindlichen, über die Erbauung und Zerstörung der Kirche und die sich daran reihenden Ereignisse Auskunft gebenden Urkunden beseitigt worden sind.
(Korr.)
11) In Pforzheim besteht seit langer Zeit der Gedanke, das Andenken eines der berühmtesten Söhne dieser Stadt, Johann Reuchlin’s, des Bahnbrechers moderner Bildung und Vorarbeiters der Reformation, 1455 daselbst geboren, 1522 in Stuttgart gestorben, durch Errichtung eines Denkmals zu ehren. Dieses Projekt ist neuerlichst von dem Medicinalrath Moppey wieder aufgenommen worden, welcher zwölf populäre Vorlesungen halten wird, deren Ertrag zur Gründung eines Reuchlin-Monuments bestimmt ist, indem er hofft, daſs das Unternehmen einen Anstoſs zur Einsendung anderweitiger Beisteuern geben werde.
(Ill. Ztg.)
Inserate und Bekanntmachungen.
1) Im Verlage von E. Avenarius in Leipzig erscheint auch für das Jahr 1866: Literarisches Centralblatt für Deutschland. Herausgegeben von Professor Dr. Friedr. Zarncke. Wöchentlich eine Nummer von 12–16 zweispaltigen Quartseiten. Preis vierteljährlich 2 Thlr.
Das „Literarische Centralblatt“ ist gegenwärtig die einzige kritische Zeitschrift, welche einen Gesammtüberblick über das ganze Gebiet der wissenschaftlichen Thätigkeit Deutschlands gewährt und in fast lückenloser Vollständigkeit die neuesten Erscheinungen auf den verschiedenen Gebieten der Wissenschaft (selbst die Landkarten) gründlich, gewissenhaft und schnell bespricht.
In jeder Nummer liefert es durchschnittlich über 20, jährlich also etwa 1200 Besprechungen.
Auſser diesen Besprechungen neuer Werke bringt es eine Angabe des Inhalts aller wissenschaftlichen und der bedeutendsten belletristischen Journale, der Universitäts- und Schulprogramme Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz; die Vorlesungs-Verzeichnisse sämmtlicher Universitäten und zwar noch vor Beginn des betreffenden Semesters; eine umfängliche Bibliographie der wichtigern Werke der ausländischen Literatur; eine Uebersicht aller, in andern Zeitschriften erschienenen ausführlichern und wissenschaftlich werthvollen Recensionen; ein Verzeichniſs der neu erschienenen antiquarischen Kataloge, sowie der angekündigten Bücher-Auctionen; endlich gelehrte Anfragen und deren Beantwortung, sowie Personal-Nachrichten. Am Schlusse des Jahres wird ein vollständiges alphabetisches Register beigegeben.