Wissenschaftliche Mittheilungen.

Der „fränkische Krieg“.

Mitgetheilt von Jos. Baader, kgl. Archivconservator, in Nürnberg.

(Fortsetzung.)

Kriegshandlung.

Was gegen Velberg dem schloſs gehandlt ist: Vnd alls das kriegsvolck sambt dem geschütz von Dinckelspühel aus den negsten auf Poxberg getzogen vnd dann das schloſs Velberg nit weit von dem wege gelegen, ist gegen demselben schloſs nit mer gehanndlt dann das die kriegsräte vff vorgeenden absagbrieff, der dem Wilhalm von Felberg gen Velberg durch Herr Jorgen Truchsassen alls obersten veldthaubtman zugeschickt, ir ettlich zu roſs doselbsthin gen Velberg geordent, dem Wilhalm von Felberg seinen tayl abprechen, das zimer heraustragen, verprennen vnd alle seine zugehörende güter vnd paurn zu gemains bunds hannden annemen laſsen, das dann on alle verhinderung beschehen ist.

Poxberg betreffend: Nachmals alls der oberst veldthaubtman sambt den kriegsräten vnd dem kriegsvolkh sambstags den 20. Juny gen Pergershaim bey Mergethaim gelanngt, haben sy den herschreyer oder parsifanndten mit einem trumetter gen Poxberg geschickt, daſselb schloſs, so vff ein groſse meil wegs dauon gelegen, im namen Romischer kayserlicher mayestat vnd gemainer stennde des löblichen bunds zu Schwaben vnd zu derselben hannt vnd gewalt sambt allem dem, das zu demselben schloſs gehört, erfordern laſsen.

Demselben parsifanndten oder heerschreyer ist vff kurtze rede durch die innhaber deſselben schloſs, so allein von dem stettlein doselbst in besetzung gewest, geanntwort, das sy inen nit getrauen, wider die kayserliche mayestat noch die stennde des schwäbischen bunds das haus Poxberg inzubehalten. Dhweil auch ire edleut, die Rosenberger, denselben Poxberg vnd ire armleut verlaſsen, von inen gewichen, deſsgleichen die lanndtsknecht vnd poxenmaister, so bey ynen zu Poxberg in besetzung gewest, bey zwaintzig starckh, abgezogen, der belegerung vnd der straich nit erwarten wollen, westen sy sich auch nit zubeschützen vnd wolten sich der Romischen kayserlichen mayestat vnd gemainen stennden des schwäbischen bunds zu vnterthanen in gnad ergeben, das schloſs sambt aller zugehör v̈beranntworten mit der vnterdenigen bitt, sy die vnterthanen vnd armen leut bey irer alten freyhait vnd gerechtigkeit bleiben zulaſsen, vnd vor gewalt, auch iren alten edleutten den Rosenbergern zubeschützen. Vnd haben alsbald auch bey demselben parsifanndten dem obersten veldthaubtman vnd anndern kriegsräten geschrieben, wie das nachvolgende schrifften antzaigt:

Den wolgebornen gestrenngen vnd edln hern, hern Georgen Truchsäsen, freyhern zu Walburg &c., obersten veldthaubtman, vnd andern Romischer kayserlicher mayestat vnd des löblichen bunds zu Schwaben beuelhabere vnd kriegsräten, vnnsern gnedigen herrn:

Wolgebornen gestrenngen vnd edln, gnedig, günstig, lieb herrn! Euer gnad vnd gunst alls Romischer kayserlicher mayestat, vnnsers allergnedigisten herrn, vnd deſsgleichen des bunds im lannde zu Schwaben, vnnser gnedigsten vnd gnedigen herrn, haubtleut &c. haben vns alls heut durch euer gnaden vnd gunst gesanndten herolten vnd beuelchhabern einen fürschlag vnd fordrung, das haus Poxberg sambt der statt betreffend, laſsen fürtragen; vnnter anderm eur gnaden vnd gunsten anstatt kayser licher mayestat, vnnsers allergnedigisten herrn, vnd des loblichen bunds zu Schwaben das haus vnd statt Poxberg aufzugeben, gefordert vnd begert, oder des heerzugs ernnstlich zugewarten &c. Dhweil wir nun alls arm verlaſsen leut einem solchen v̈berzug vorzusteen beschwerlich befinden an leib, guet vnd eer gar pfenntlich &c., so ist an eur gnad vnd gunst vnnser vnterdenigste hochste vleisigste bitt, vnns alls arm leut gnediglich zubedencken, doneben vffs vnterdenigst bittend, vnsern junckhern vnd iren beden schwestern ire gült vnd zinns jerlichen volgen vnd gnediglich zubetrachten, zum anndern vnns arm burger, auch all annder vnnser junckhern zustendig, ire hintersäsen, verwannten, gaistlich vnd weltlich leibs vnd guts zusichern, vnd dergleichen zum dritten vns alle der von Rosenberg zu Poxberg armleut inner- vnd auſserhalb Poxberg bey altem herkomen, geprauch vnd gewonheit gnediglich bleyben zulaſsen, in gnedigsten schutz vnd schirm zubehalten, vnd [wollen vns] solchs vff eur gnad vnd gunst auffordern vnd begern dermaſsen vnterdeniglich ertzaigen vnd aller gepür halten, vnterdenigst bittend, vns pas, dann wir arm leut reden, schreiben noch fürtragen mögen, gnediglich zubetrachten, vns vnd vnser vnschuld zubehertzigen, vnd bitten euer gnad vnd gunst vmb gnedig mit versicherter pettschafft beschribne antwort. Datum Poxberg sambstags nach Metardi Anno &c. 1523.