Auf Sp. 9 des „Anzeigers“ (1866) wurde ein handschriftlich hinterlassenes, wahrscheinlich aber einem Druck ursprünglich entnommenes Gedicht dieses fruchtbaren königlichen Sprechers mitgetheilt, dabei aber vorübergehend nur einiger seiner weiteren Produkte gedacht, von denen jedenfalls viele verloren gegangen sein müssen. Ehe Schneider, ein Augsburger Meistersänger, für Kaiser und Reich dichtete, ohne deshalb etwa in Maximilian’s Diensten gestanden zu haben, nannte er sich Sprecher, d. h. Spruchsprecher, Herzog Christoph’s von Bayern, und gab als solcher folgendes, jetzt nur noch in sehr zerfetztem Zustande auf der Münchener Hofbibliothek befindliche Gedicht in Druck (Sedezformat): Des durchleichtigẽ hochgeporn | fürsten vnd hern herczog Christofe | ls von pairn mör fart auf dz aller | kurczest den rechten grund wie jn Maister hans schneider von Aug- | spurg seiner genaden sprecher hat | mügen erfinden.
o. O. u. J. (c. 1490). Vergl. Annalen II, S. 490.
Demnächst wäre zu nennen eine mir nicht näher bekannte Piece, vermuthlich in W. v. Maltzahn’s Besitz:
Hye nach folget: wye der Romisch künig die fursten des heiligen reichs zu Augspurg vnnd zu Nurmberg haben tag gelaist....
o. O. u. J. (1500). 8 Bl. 8. — Hagen’s Bücherschatz Nr. 880.
Meine Nr. 1633 Repert. typ. gehört also nicht zum Jahre 1520, laut Berichtigung Herrn v. Liliencron’s, der das Stück aus Val. Holl’s Handschrift Bl. 92 kennt.
Einen ferneren Spruch citiert mein Repert. typ. Nr. 297:
Hie nach folget die küniglich | schlacht, wye der künig vnd das rych dye Behem nit wyt von Regenspurg gesch | lagen haben. Das hath erfaren vnnd zu eynem spruch gemacht, Hans schnyder | der künglichen maiestat sprecher.
o. O. u. J. (1504). 4 Bl. 4. m. Titelholzschn. — In Einsiedeln.
Endlich ein aus Butsch’s 28. Catalog, S. 53, verkauftes und seitdem spurlos verschwundenes