BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1866.
Nº 2.
Februar.
Chronik des germanischen Museums.
Im Anschluſs an die in unserer letzten Chronik bezüglich der Erledigung der Vorstandsfrage enthaltene Mittheilung haben wir unsern freundlichen Lesern heute zunächst anzuzeigen, daſs der Antritt des mit dem Amte eines I. Vorstandes unserer Anstalt betrauten Hrn. Professors August Essenwein bereits am 1. März erfolgen wird.
Es knüpft sich an den Eintritt des Genannten, der auf dem Gebiete der Architektur schon Treffliches geleistet, für uns — was vielen unserer Gönner und Freunde angenehm sein wird, zu hören — namentlich auch die Hoffnung, die schon vielfach berührte und langersehnte Wiederherstellung des allein noch darniederliegenden östlichen Kreuzgangs demnächst in’s Werk gesetzt und damit die Restauration unseres schönen Karthäuserklosters, das in einer an herrlichen Bauten weniger reichen Stadt allein schon ein Anziehungspunkt für Viele sein würde, ihrer Vollendung entgegengeführt zu sehen.
Mögen deshalb der freundlichen Gabe „zum Ausbau der Karthause“, die wir am Schlüsse der neugezeichneten Beiträge diesmal aufzuführen haben, in nächster Zeit recht viele weitere folgen, damit das mit Lust und Freudigkeit begonnene Werk nicht wieder in’s Stocken gerathe, sondern unablässig Stein an Stein sich füge, bis der Bau vollendet, der, ein Denkmal deutscher Beharrlichkeit, bestimmt ist, eine Stätte zu werden, an welcher die deutsche Vorzeit gleichsam verkörpert und greifbar den lebenden und kommenden Geschlechtern sich zeigen soll, belehrend und mahnend!
Von unsern Sammlungen sahen sich in letzter Zeit namentlich Münz- und Siegelsammlung reichlich bedacht. Ein sehr interessanter Beitrag für letztere wurde uns von Sr. Hoheit dem Herzoge von Anhalt zugewendet.
Auch zur Erwerbung der Erbstein’schen Modellsammlung sind, wie unten ersichtlich, wieder Beiträge eingegangen.