22) Die Gemäldesammlung des im vorigen Herbst verstorbenen Domdekans, Geheimrath Dr. v. Hirscher in Freiburg i. Br., kommt daselbst zur Versteigerung. Der Katalog weist u. a. folgende Meister auf: Martin de Vos, Hans Asper, van der Neer, Wynants, Christ. Amberger, Breughel, Mich. Wohlgemuth, Holbein d. ä., Lucas van Leyden, Hemskerk, Ruysdael, Paul Deschwanden, Joh. van Aken, Hans Schäufelein, Hans Memling u. s. w.
(Ill. Ztg.)
Inserate und Bekanntmachungen.
Anfrage.
6) Unter den mittelalterlichen lateinischen Grammatikern war bis in den Anfang des 16. Jahrhunderts, besonders in Deutschland, sehr bekannt und in vielen Handschriften, auch in alten Drucken verbreitet und mit Commentaren versehen der sogenannte Florista, der in 1017 Versen die lateinische Syntax bearbeitet hat. Sein wahrer Name war Ludolfus de Luckowe (auch de Luco; er selbst schreibt de Lucobe); er bezeichnet sich als Deutschen und Hildesheimer mit den Worten: Gentem Teutonicus qui dicitur esse Ludolfus Hildensenensis patriam (oder Hildenshemensis). Im Commentar wird angegeben, er solle Hildesheimer Canonicus gewesen sein. Nach meiner Entdeckung hat er seine flores grammaticae geschrieben im Jahre 1317; dies ergibt sich nämlich, wenn einer der Schluſsverse als Chronostichon genommen wird.
Ich wünschte daher zu wissen, ob wol sonst etwas über diesen Mann aus der Hildesheimer Kirchengeschichte oder irgend welchen Quellen bekannt ist, über seine Lebenszeit, Studien u. s. w., namentlich, ob er wohl in Paris studiert hatte.
Prof. Haase zu Breslau.
7) Berichtigung. In voriger Nummer des Anzeigers ist auf Sp. 24, Z. 1 unter dem Holzschnitte von „Gengenbach’s Bundschuh“ zu lesen: R S F.
Verantwortliche Redaction: Dr. G. K. Frommann. Dr. A. v. Eye.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.