(Ill. Ztg. Nr. 1287.)
24) Das Alterthums-Museum in Freiberg (Sachsen), aus welchem die bereits mehrfach besprochenen interessanten Grabplatten-Abdrücke hervorgegangen sind, zeichnet sich besonders aus durch bedeutende Suiten berg- und hüttenmännischer Alterthümer, namentlich in Arbeits-Geräthen und in mit bergmännischen Darstellungen reich verzierten Trinkgeschirren. Zu letzteren gehören große, seltsam geformte silberne Humpen, wahre Meisterstücke der Goldschmiedekunst. Dieselben sind neuerdings abgeformt worden, so daß nunmehr vorzüglich ausgeführte Gypsabgüsse davon auch anderweit abgegeben werden können. Ueberhaupt ist der Vorstand des Freiberger Alterthumsvereins gerne bereit, mit anderen Kunst- und Alterthums-Sammlungen, wie auch Bibliotheken, einen Doubletten-Austausch, sowie Photographieen und scharfe Gypsabgüsse einzelner Gegenstände des Freiberger Alterthums-Museums zu vermitteln.
25) Eine große Anzahl aus Holz geschnittener, bemalter und zum Theil vergoldeter Kerzenträger verschiedener Formbildung, ähnlich denen, welche im Anzeiger 1867, Sp. 371, Fig. 8 u. 9 abgebildet sind, nur schöner, befinden sich in der Gertruden-Capelle der Marienkirche zu Danzig. Hirsch (St. Marien, Bd. I, S. 416 u. 445) und Andere hielten sie bisher irrthümlich für Ueberreste der alten, 1517 gefertigten architektonischen Bekrönung des Schreins auf dem Hochaltar. Der Architekt Schulcz-Ferencz in Wien erkannte sie zuerst als Leuchter und hat vier derselben, meisterhaft gezeichnet, auf Bl. 94 der Publicationen der „Wiener Bauhütte“ veröffentlicht. Doch sind sie wol nicht „Altarleuchter“, wie Schulcz angenommen hat, sondern dienten bei Exequien zur Aufstellung der Kerzen um den Katafalk. Einige tragen noch die Zeichen der Brüderschaften, denen sie angehörten.
Danzig.
R. Bergau.
26) Zwischen der Ortschaft Glas und dem Glasenbach bei Salzburg, wo schon bedeutende römische Funde zu Tage gefördert wurden, fand ein Bauer vor Kurzem bei Ausrodung der Gesträuche unter deren Wurzeln, neben Trümmern von Marmorstufen, bronzene, mit ehrwürdiger patina antica überzogene Bruchstücke eines auf vier Menschenfüßchen gestellten Beckens, wie deren besonders unter den Thermalfunden zur Aufbewahrung von Kohlen oder Asche vorkommen. An derselben Stelle wurde die 2 Fuß hohe, untere Hälfte einer antiken Knabenstatue aus edler Bronze, mit schillernder patina antica überzogen, aufgefunden. Man hofft, die obere Hälfte der Figur, die aller Wahrscheinlichkeit nach eine Amorstatue ist, bei günstiger Jahreszeit noch ans Tageslicht zu fördern. Gleichzeitig wurde am östlichen Abhange des Bürgelsteins der lebensgroße Kopf eines bartlosen Satyrs, aus weißem Marmor gemeißelt, ausgegraben und von der Besitzerin jenes „classischen Bodens“, der Herzogin von Aremberg, dem Museum zu Salzburg gespendet.
(Ill. Ztg. Nr. 1286.)
27) Am Hollerfelde zu Glas bei Salzburg ergaben sich neue Funde antiker Gegenstände, besonders die Hälfte einer in Bronze gegossenen, gesimsartigen Abgrenzung irgend eines Möbels, das ob der Feinheit der Gesimsgliederung und der auf horizontaler Fläche mit filigraner Zartheit eingegrabenen und mit glitzerndem Zinn ausgegossenen à la grec-Verzierung sich auszeichnet. Nebst mannigfachen Details von Kettchen, Schlössern, Schließhaken und Handhaben bietet das eiserne Doppelcharnier eines Kästchens besonderes Interesse. Nahe einer aus einem einzigen Kalksteinblocke gemeißelten Wanne fand sich ein runder Kessel aus weißem, flimmernden Kalkstein und dessen gefalzter Deckel aus Sandstein mit einem eisernen Ringe. Ferner wurden Töpferwaaren von sehr roher Arbeit, Zähne und Knochen von Pferden angetroffen, was anzudeuten scheint, daß hier ein Römersitz feindlich überfallen worden ist, wobei in überstürzender Gefahr die Gegenstände des feinsten Luxus mit Töpfen u. s. w. zusammengeworfen wurden.
(Dies. Nr. 1288.)
28) Bei Erdaufgrabungen zunächst dem Dorfe Dernovo in Krain, woselbst die altrömische Stadt Noviodunum gestanden, sind wieder interessante Alterthümer gefunden worden, darunter eine fein gearbeitete Marmorplatte, eine Agraffe aus Bronze, kupferne und silberne Münzen mit dem Namen der römischen Kaiserin Julia Maesa und des römischen Feldherrn Nausidius etc. Eine 4 Fuß lange Bleiröhre, deren Durchmesser über 3 Zoll beträgt, wurde unter Mauertrümmern so eingelegt gefunden, daß daraus mit Sicherheit geschlossen werden kann, sie habe einer Wasserleitung angehört.