(Dies. Nr. 1287.)
29) Zu Laferrière, im Arrondissement Napoléon-Vendée, hat man eine große Anzahl Goldmünzen gefunden, im Werthe von etwa 30,000 Frcs. und bestehend aus spanischen, italienischen, portugiesischen und einigen wenigen deutschen und Schweizer Münzen. Die jüngste Präge ist vom Jahre 1571. Man vermuthet daher, daß die Münzen während der Religionskriege der Ligue vergraben wurden und aus einem spanischen Subsidium herstammen.
(Korr. v. u. f. D. Nr. 123.)
30) Auf dem Felde zu Jilstedt, im Kirchspiel Gjörding (südl. Jütland), ist in letzter Zeit eine Grabkammer aufgedeckt worden, in welcher sich mehrere Sachen aus der Zeit des Steinalters befanden. Die größte Merkwürdigkeit bei dieser Entdeckung ist, daß die Grabkammer nicht, wie die bekannten Hünen- oder Riesengräber, einen Hügel bildet, sondern sich in völlig flachem Felde befindet.
(Ill. Ztg. Nr. 1286.)
31) Ueber die Ausgrabungen am Jahdebusen berichtete Geheimrath Quast im Verein für die Kunst des Mittelalters und der Neuzeit in Berlin. Dort befindet sich nämlich innerhalb der Watten der ehemalige Kirchhof des Städtchens Band, welches bei dem Vordringen des Meeres weiter ins Land gerückt ist. Hier waren einige altchristliche Sarkophage gefunden worden, worauf Geheimrath Quast planmäßig nachgraben ließ und noch eine weitere Anzahl entdeckte. Diese Sarkophage besitzen eine große Aehnlichkeit mit andern, welche in Köln, Mainz und Wiesbaden aufgefunden wurden und auf einen gemeinsamen Fabrikationsort am Mittelrhein schließen lassen.
(Dies. Nr. 1285.)
32) Ueber die neuentdeckten Pfahlbauten bei Zürich verlautet Näheres. Unweit der jetzigen Badeanstalt, in der Nähe der Tonhalle, befinden sich zwei Untiefen, der kleine und der große Hafner genannt. In letzter Zeit hat die Baggermaschine dort den Grund aufgewühlt und durch die zu Tage geförderten Grundstücke den Beweis geliefert, daß auf dem kleinen Hafner ein Pfahlbaudorf gestanden haben muß, welches durch Feuer zerstört worden ist. Bis jetzt fand man ein Steinbeil, Hirschgeweihe, angebrannte Knochen, Bruchstücke eichener Querbalken und föhrener Pfähle, endlich Haselnüsse. Der kleine Hafner ist unzweifelhaft ein sog. Steinberg, wie sich solche im Bieler und im Wauwyler See, Kantons Luzern, vorfinden. Kleine, rundliche Steine haben dazu gedient, die Lücken zwischen den senkrecht ins Wasser gesenkten Pfählen auszufüllen. Unter diesen Schichten liegt eine mehre Fuß hohe Ablagerung von Milliarden kleiner Süßwasserschneckengehäuse, deren allmähliche Anhäufung Tausende von Jahren erfordert haben muß. Der größere Hafner ist höchst wahrscheinlich auch eine Colonie der Pfahlbürger gewesen.
(Dies. Nr. 1288.)
33) Der Archivar Dr. Kürschner in Eger hat im dortigen Archiv einen interessanten Fund gemacht. Es sind dies Theile eines um die Mitte des 15. Jahrhunderts angelegten Capitelbuchs zur Eintragung wichtiger Urkunden. Unter andern enthält dasselbe die große Urkunde des zu Eger abgeschlossenen Landfriedens vom Jahre 1389, Verhandlungen aus der Hussitenzeit, den Landtag zu Prag 1429, die Botschaft des Kaspar Schlick an die böhmischen Stände wegen Erhebung Albrecht’s auf den böhmischen Thron 1437, Schriftstücke aus der Zeit Georg’s von Podiebrad, König Ladislaus’ u. s. w. Die letzte Eintragung ist vom Jahre 1455.