42) Der badische Alterthumsverein hat aus seinen Ausgrabungspunkten Osterburken und Ladenburg wieder schätzbare Erwerbungen gemacht. Zu Osterburken war im Mauerschutte des alten, wahrscheinlich zur Zeit der Gordiane zerstörten Kastells u. A. ein römischer Soldatenhelm ausgegraben und erworben worden, der, am römisch-germanischen Museum zu Mainz restauriert, jetzt eine Zierde der Mannheimer Sammlung des Vereins bildet. Aus Ladenburg kam in dieselbe außer einer Matronenstatuette aus gelbem Sandstein, wie er in der Nähe von Heilbronn gebrochen wird, das Bruchstück einer aus einer Art von Cement gegossenen oder gepreßten Säule, welche in zwei Abtheilungen übereinander Figurengruppen hat, von welchen nur diejenige der untern erkennbar ist. Diese stellt nahezu in Hautrelief den Kampf eines Fauns mit einem geflügelten Amor dar, einen Kampf, der nicht mit den Fäusten, sondern nach Art der Widderkämpfe mit den Köpfen geführt wird. Nach den Größenverhältnissen dürfte die Säule einen Tischfuß gebildet haben.
(Korr. v. u. f. D. Nr. 191.)
43) Nach Meldung österreichischer Blätter wurden bei Moritzing bemerkenswerthe archäologische Funde gemacht. Unter Steingerölle entdeckte man Theile eines Schildes oder Harnisches aus dünngeschlagenem Bronzeblech. Die darauf enthaltene Zeichnung bildet phantastische Formen von Pferden, nebst einer männlichen Figur in sackartiger Tunica, die mit einer Hand die Zügel hält. Ferner wurden Bruchstücke eines Gefäßes aus stark kupferhaltigem Bronzeblech, zwei eiserne Schwerter, von denen das eine größer und zweischneidig, das andere kleiner und theilweise mit der Scheide bekleidet war, Bruchstücke einer zierlich gearbeiteten Scheide, drei Lanzenspitzen, zwei Messer mit geschwungener Schneide, ein Helm und verschiedene Nägel, Alles von Eisen, gefunden.
(Ill. Ztg. Nr. 1290.)
44) Bei Umgrabung eines Ackers unweit Seebergen im Herzogthum Gotha stieß ein Bauer in einer Tiefe von drei Fuß auf ein sehr verkalktes Gerippe mit massiven Haupt- und Handknöchelringen von Bronze, sowie mit andern Schmucksachen von Bernstein und Thon. Die Benennung des Ackers „die heilige Lehne“ läßt vermuthen, daß derselbe ein altgermanischer Begräbnißplatz war und mehr solche Gegenstände in seinem Schoße birgt.
(Dies. Nr. 1291.)
45) Bei Dürrenberg, unweit des Saalufers, ist vor einiger Zeit ein heidnisches Grab geöffnet worden, dessen in antiquarischer und künstlerischer Hinsicht werthvolle Ausbeute aus zwei Glasschalen von griechischer Arbeit, einer prächtigen römischen Urne, zwei silbernen Sporen und einem kupfernen Feldkochgeräth bestand. Diese Gegenstände wurden nach Leipzig gebracht, und die Eigenthümer gaben sich die große Mühe, diesen in der vaterländischen Erde gefundenen Alterthümern in Deutschland eine bleibende Stätte zu schaffen. Sie fanden jedoch keinen Abnehmer, und nun wandern die Antiquitäten für einen angemessenen Kaufpreis nach England.
(Dies. Nr. 1292.)
Mittheilungen.
Von dem Werke: Kunst und Leben der Vorzeit vom Beginn des Mittelalters bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts, von Dr. A. v. Eye und Jacob Falke, erscheint so eben eine dritte Auflage, auf welche die Verlagshandlung von Bauer und Raspe (Ludwig Korn) in Nürnberg zur Subscription einladet. Sie erscheint in drei Bänden von 18 Heften mit je 16 Tafeln. Preis per Heft 1 Thlr.