Correspondenzblatt des Gesammtvereines der deutschen Geschichts- und Alterthumsvereine. Herausgeg. vom Verwaltungsausschusse des Gesammtvereines in Altenburg. Sechzehnter Jahrgang. 1868. Nr. 3–5. März-Mai. 4.
Die Urkunden der Deutschen Kaiser und Römischen Könige im Regierungsarchive zu Altenburg. Mitgetheilt von Dr. Hase. — Zur Geschichte der Grafen von Wartberg. Von Grote-Schauen. — Literarische Anzeigen. — Zur Erhaltung und Zerstörung von Kunstdenkmälern in Preußen. — Otto, Bischof zu Halberstadt. 1123–1134. — Notizen über alterthümliche Funde, Restaurationsarbeiten etc. — Fürsten im Johanniter-Orden. Vom Archivrath v. Mülverstedt. — Das Ordens-Kreuz im Wappen der Johanniter-Ritter. Von dems.
Mittheilungen des Freiberger Alterthumsvereins auf das 6. Vereinsjahr 1866. Herausgeg. im Auftrage des Vereins von Buchdr. Heinr. Gerlach. 5. Heft. Mit Wappentafeln. Freiberg. 1867. 8.
Mittheilungen über das Gymnasium zu Freiberg. Vom Gymn.-Oberl. Werner Prössel. — Die Bevölkerung Freibergs vor dem Jahre 1643. Von Dr. G. Benseler. — Die regierenden Bürgermeister der Stadt Freiberg. Zusammengestellt von Gerlach. — Die Wappen hervorragender Geschlechter aus Freibergs Vergangenheit. Von dems. Mit 2 Taf. Abb. — Das Schützenbuch und die Königstafeln der Freiberger Schützengilde. Von dems. — Das Hochnothpeinliche Halsgericht. Von Archivar Heinze. — Ueber die Bedeutung des Ausdruckes „Zipkorn“. Von Adv. Gautsch. — Freiberger Urkunden-Sammlung. Briefe von Luther und Melanchthon. Mitg. von Buchdr. H. Gerlach. — Nachträge, Bemerkungen etc. zu früheren Abhandlungen.
Nachrichten.
Literatur.
Neu erschienene Werke.
21) Die Kaiserurkunden der Provinz Westfalen 777 -1313, kritisch, topographisch und historisch, nebst anderweitigen Documenten und Excursen von Dr. Roger Wilmans. Erster Band. Die Urkunden des Karolingischen Zeitalters 777–900. Mit zwei lithographirten Tafeln. Münster, Druck und Verlag von Friedrich Regensberg. 1867. 8.
Die bei Urkundenpublikationen in älterer Zeit fast ausschließlich zur Anwendung gebrachte Gruppierung war topographischer Natur, indem man die auf einzelne Klöster, Stifter, Orte, Territorien u. s. w. bezüglichen Urkunden gemeinschaftlich edierte. Später wurden große Dokumentensammlungen lediglich nach dem Princip der Chronologie veranstaltet. Endlich galt es, die Urkunden nach ihrer Gleichartigkeit zusammenzustellen, und so entstanden Ausgaben von Urkunden, die von Kaisern, Königen und anderen Regenten, geistlichen (namentlich den Päpsten und Bischöfen) und weltlichen Standes ausgestellt waren. Das vorliegende Werk nun vereinigt die erstgenannte Maxime der Gruppierung mit der zuletzt bezeichneten Art der Zusammenstellung, indem es sich auf ein bestimmtes Territorium beschränkt, nämlich Westfalen, und nur eine bestimmte Klasse von Dokumenten, nämlich die Kaiserurkunden, in’s Auge faßt. Dieses Arrangement des urkundlichen Materials und die demselben entsprechende Behandlung dürften als neu zu betrachten sein; ihre Vorzüge an sich schon unterliegen keinem Zweifel, und wenn die Durchführung eine so völlig gelungene ist, wie in unserem Werk, dann muß die neue Methode als ein höchst schätzenswerthes Mittel zur Förderung der Geschichtswissenschaft gepriesen werden.
Wir können daher die Idee des Verfassers, welche seinem Buch zu Grunde liegt, nur als eine sehr fruchtbare bezeichnen, und stimmen ihm von Herzen bei, wenn er sagt: „Die Bearbeitung und Erläuterung der einschlägigen Kaiserurkunden in dem oben angedeuteten Sinne zu unternehmen, möchte ich nun überhaupt für eine wichtige, den Vorständen unserer Provinzial-Archive obliegende Aufgabe, und gleichsam für eine Schuld erachten, die wir in unserer besonderen Stellung an die deutsche Reichsgeschichte abzutragen haben. Denn da wir allein uns im vollständigen Besitz und freiester Disposition über das bei jeder Urkunde in Betracht kommende diplomatische und archivalische Material befinden, und durch unser Amt auf die Erwerbung der speziellsten Kenntniß der Localverhältnisse angewiesen sind, so dürften wir zunächst berufen sein, das rechte Verständniß dieser wichtigen Geschichtsquellen auch den weiteren wissenschaftlichen Kreisen zu vermitteln.“