79) Wie man aus Fronhofen bei Simmern schreibt, hat ein Arbeiter beim Steinbrechen zu Unzenberg, in der Nähe des römischen Standorts Dommissas bei Kirchberg, einen Topf mit 840 Silbermünzen gefunden, die sämmtlich etwas schwerer sind als ein 2½ Silbergroschenstück. Diese Münzen tragen ein Bildniß mit der Inschrift: „Probus Marcus Aurelius“ und sind ganz gut erhalten. Da der Deckel des Topfes fehlte, so haben die Inschriften meist einen leichten Ueberzug.

(Dies. Nr. 1308.)

80) Bei Trifail (Steiermark) stieß bei Urbarmachung eines Waldes der Spaten eines Landmanns auf ein Gefäß, welches etwa 1 Fuß tief unter der Oberfläche lag und mit etwa 300 großen, massiven, wohlerhaltenen Silbermünzen, anscheinend keltischen Ursprungs, gefüllt war.

(Dies. Nr. 1309.)

81) Auf dem Gute Wotrum bei Teterow (Meklenburg) wurden in letzter Zeit mancherlei Bronzealterthümer und daneben eine Anzahl mittelalterlicher Ofenkacheln gefunden.

(Dies. Nr. 1311.)

82) Beim Erweiterungsbau der Strafanstalt in Zürich ist ein Stein mit altrömischer Inschrift ausgegraben worden. Dieselbe lautet: Deae dianae et Silvano ursarii posuerunt ex voto. Die Römer gebrauchten die Bären zur Jagd, und die Führer der Bären gehörten zum Jagdgefolge. Auch noch weitere antiquarische Funde wurden an dieser Stelle gemacht. Die Arbeiter stießen nämlich auf zwei Armbänder und sieben Ringe von Gold; erstere laufen künstlich in Schlangenköpfe aus, letztere sind theils ciseliert, theils fassen sie eine Gemme. Die Schmuckgegenstände mögen nach dem Urtheil der Kenner des Fachs aus dem 2. oder 3. Jahrh. stammen; sie sind von der antiquarischen Gesellschaft angekauft worden.

(Das.)

83) Auf dem Gute Pölitz in Meklenburg sind im Laufe dieses Frühjahrs und Sommers eine Menge uralter Wohnstätten, sog. Höhlenwohnungen, entdeckt worden. Zwei, drei und vier Fuß unter der Oberfläche stieß man beim Drainieren auf zahllose Glas scherben, Knochen von Thieren, besonders von Schweinen, Rindern, Pferden und Hirschen, sowie auf einzelne Geräthe. Nach der Beschaffenheit der Scherben und Geräthe gehören diese ehemaligen Wohnstätten theils der letzten heidnischen und zum Theil der Steinzeit an. Mehrere Kisten mit Knochen und Scherben sind dem Schweriner Archiv übersandt worden.

(Korr. v. u. f. D. Nr. 401.)