84) Bei Clermont im Oisedepartement hat man die Ueberreste der Brücke aufgefunden, die Cäsar dort über die Sümpfe hatte schlagen lassen, um die Bellovaker in ihrem Lager zu überraschen. Man hatte sich bisher vielfach über die Oertlichkeit, wo diese Vorfälle stattgefunden haben, gestritten.
(Ill. Ztg. Nr. 1311.)
85) Die werthvolle Bibliothek des verstorbenen Sprachforschers Franz Bopp ist, wie man der Allgem. Ztg. aus Berlin schreibt, von der Universität Ithaka in Amerika erworben worden. Die Doubletten hat der Antiquar Stargardt in Berlin übernommen, mit andern werthvollen Werken vereinigt und darüber ein Verzeichniß von etwa 1300 Nummern veröffentlicht.
86) Von der Calve’schen k. k. Universitätsbuchhandlung in Prag ist folgendes Schriftchen ausgegeben worden: „Diplomatische Abhandlung über ein zu München aufbewahrtes Fragment eines Sendschreibens des Kaisers Glycerius an den Ostgothischen Feldherrn Widemir, als die einzige bisher bekannte occidentalisch-kaiserliche Urkunde etc. Von J. C. Frhrn. v. Aretin. 8. 34 Stn.“ Ueber die in dieser Abhandlung besprochene Urkunde war schon um 1759 ein Heft unter dem Titel: „Jo. Adami E. B. de Ickstädt Observationes historico-criticae in epistolam autographam Glycerii Imperatoris ad Widimerum Ostrogothorum Regem. Monachii (prostat in Bibliopolio Elect. academico.) S. a. 4. 14 Stn., mit 1 Tafel.“ in zwei Auflagen erschienen, damals aber ziemlich unbeachtet geblieben. Die betreffende, den Erben des kurfürstl. Hofraths Frhrn. Widmer in München gehörige und schon seit länger als einem Jahrhundert im Besitze der Widmer’schen Familie befindliche Urkunde stammt aus dem J. 473 und ist nach v. Aretin’s Ausspruche wegen ihres Alters sowohl, als wegen ihres Inhalts „eine der größten Kostbarkeiten, mit welchen eine öffentliche Bibliothek geziert sein kann.“
(N. Anz. v. Petzholdt, H. 8, S. 272.)
Mittheilungen.
Die den Freunden der älteren deutschen Literatur wohlbekannte Bibliothek des verstorbenen Predigers Kläden über deren Seltenheiten (besonders der Schriften von Grimmelshausen) Holland, Keller u. A. Mittheilungen gegeben, ist von dem Antiquar Stargardt in Berlin angekauft worden. — Ein Verzeichniß derselben, das zugleich eine Ergänzung zu Heyse ’s Bücherschatz bildet, enthält ca. 2300 Nummern zum Theil mit literarischen und bibliographischen Nachweisungen.
AufSp. 194 des diesjährigen Anzeigers ist durch Fortlassung eines Komma ein Satz der Art entstellt, daß anzunehmen ist, es sei behauptet, Luther habe die Stelle Sprüche Salomo’s 25,11 übersetzt: „Gold’ne Aepfel mit silbernen Bildern.“ — Richtig lautet der Satz aber: „In der Vorrede ist das durch Göthe beliebt gewordene: Gold’ne Aepfel in silbernen Schalen“ nach der lutherischen Bibelübersetzung, — eigentlich: „mit silbernen Bildern“, — benutzt.“
Der anscheinend auffallende Umstand, daßSp. 196 bei der auf einen Brief Dr. Suringar’s zu Leiden vom 25. Februar 1866 gestützten Mittheilung über Sprengius die abweichende Ansicht Franck’s — Anzeiger 1867, Sp. 10 und Herrig’s Archiv, Bd. 40, S. 91 — nicht beachtet ist, erklärt sich dadurch, daß mein Aufsatz im Anzeiger älter als der Abdruck der Franck’schen Arbeit ist und bereits im December 1866[146] nach Nürnberg abgesendet war.
A. M. Ottow.