(Dass. Nr. 237.)

92) Der Geh. Archivrath Dr. Lisch berichtet in den Meckl. Anz. über einen größern Fund aus dem Torfmoore von Holzendorf, Amts Sternberg. Dieser Fund besteht aus den Resten einer Gießstätte der Bronzezeit, unter welchen sich auch eine vollständige bronzene Gußform zu bronzenen Wurfgeschossen (framea oder Celt), die erste in den deutschen Ostseeländern entdeckte, mit den abgebrochenen Gußzapfen, findet, außerdem aber noch aus ungefähr 30 Stücken von theils noch nicht gefeilten gegossenen Alterthümern geringeren Werthes, theils von Bruchstücken zerbrochener bronzener Geräthe, welche offenbar zum Einschmelzen bestimmt gewesen sind.

(Korr. v. u. f. D. Nr. 434.)

93) In dem Forste zwischen Beschine und Mönchmotschelnitz (Schlesien) sprengte man einen erratischen Block von enormer Größe. Unter demselben, in einer Tiefe von etwa 6 Fuß, fanden die Arbeiter einen Steinhammer von sehr schöner Arbeit. Derselbe ist von Serpentinstein, die Face bildet eine regelmäßige Ellipse, nur an einem Ende so weit abgeplattet, wie es der Gebrauch als Hammer bedingt; am entgegengesetzten Ende ist eine etwas lückige Schneide, in der Mitte ein vollkommen zirkelrundes, durchgehendes Loch; am dicksten Theile hat der Hammer in der Face wie im Profil zwei Zoll Durchmesser; der Diameter von der Schneide bis zum andern Ende beträgt sechs Zoll.

(Augsb. Postztg. Nr. 214.)

94) Die antiquarischen Aufgrabungen auf Rügen haben am 18. Aug. begonnen. Die von der Regierung ernannte Comission, welche diese Arbeiten leitet, besteht aus dem Generalconservator Geh. Regierungsrath v. Quast in Berlin, dem Archivrath Dr. Lisch in Schwerin und dem als Zeichner fungierenden Baumeister Hammer, welchen sich, auf besondere Einladung, der auf Kosten der dänischen Regierung abgesendete Alterthumsforscher Staatsrath Worsaae aus Kopenhagen angeschlossen hat. Die der Commission gestellte Aufgabe ist, die auf Rügen befindlichen Burgwälle aus heidnischer Zeit zu untersuchen. Nach dem vorläufig entworfenen Plan erstreckt diese Untersuchung sich auf die Wälle zu Garz, auf dem Rugard, auf dem Gute zu Venz bei Gingst, Arcona, Herthaburg und Werder bei Saßnitz.

(Ill. Ztg. Nr. 1313.)

95) Interessante Nachforschungen hat man unlängst an dem kleinen See (loch) von Forfar, in der hochschottischen Grafschaft Forfar (Angus), angestellt, welche die ungewöhnliche Seichtigkeit des Wassers erleichterte. Das Dasein eines Crannog, oder Pfahlbaues, in diesem See war seit lange bekannt, aber erst jetzt ward er genauer untersucht. Zwölf Arbeiter durchbrachen den Dammweg, von welchem 150 Ellen bloßgelegt wurden; er bestand aus einem Aufwurf von Stein und Mergel, der sich bis zum westlichen Ende des Sees erstreckte. Auf der Nordseite erhob sich eine Reihe von Pfählen mit einer Querlage von Pfählen darüber, im Allgemeinen gegen 5 Fuß unter der Oberfläche des Grundes. In diesem fand man Lager von Asche, Schaf- u. Rinderknochen, Hauer von Wildschweinen und einige Bronzewerkzeuge. Man sieht, wie dieser Crannog an die Pfahlbauten der Schweiz erinnert.

(Korr. v. u. f. D. Nr. 444.)

Verantwortliche Redaction: A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. Dr. A. v. Eye.