Den Uebergang vom 15. zum 16. Jahrhundert vermitteln zwei interessante kleine Reliquiarien, das eine in Form einer Scheibe, das andere herzförmig, beide zum Anhängen an den Hals bestimmt, so daß es fraglich ist, ob wir diese beiden Stücke mehr zum Damenschmuck, oder zu den Reliquienbehältern zu rechnen haben.
Dem 16. Jahrhundert gehört ein Gefäß an, das wol auch kaum etwas anderes als ein Reliquienbehälter sein kann (Fig. 7 ). Ein Fuß ist aus drei naturalistisch gebildeten Zweigen hergestellt, mit denen sich Blattwerk und Früchte in sehr feiner Form verbinden. Der runde Boden des Gefäßes ist mit einem auf der Unterseite gemalten Glase belegt, das ein Wappen vorstellt. Das Gefäß selbst besteht aus einem Glascylinder. Wir dürfen jedoch vermuthen, daß ehemals ein Krystallcylinder in das Metall gefaßt war, welches jetzt das Glas festhält. Der Deckel ist gebuckelt und mit einer Spitze versehen, die ähnlich gebildet ist, wie der Fuß.
Ein kleines umzuhängendes Kreuzchen ist wol trotz großer Rohheit erst aus dem 16. Jahrhundert.
Fig. 6.
Einige kleine Täschchen, ein Schächtelchen aus Pappe, mit Seidenstoff überzogen, gehören derselben Zeit an.
Ein besonderes Interesse nimmt eine oblonge Schachtel mit flachgewölbtem Deckel aus Kupfer ein, die, ganz mit dem späten Limoges-Email des 16. Jahrh. überzogen, Legendenscenen zeigt. Auf dem Deckel ist der Kopf eines heiligen Bischofs zu sehen nebst zwei Engeln. Die Farben sind die charakteristischen: Violett, Blau, Schwarz, eine fast weiße Fleischfarbe, das reine Weiß und aufgemaltes Gold.
Die Betrachtung können wir wohl mit einem kleinen, runden Schächtelchen aus Silber schließen. Auf demselben ist die Taufe Christi im Jordan im schönen Stile der Medaillen des 16. Jahrhunderts abgebildet, welche Darstellung wahrscheinlich aus einer Form gegossen ist, aus der auch selbständige Medaillen vorhanden sind.
Fig. 7.
Unsere Reihe zeigt zwar keine besonders hervorragenden Kostbarkeiten, dafür aber manches Lehrreiche und Interessante, und für die Wiederaufnahme des Alten in die Kunst unserer Zeit gibt sie Motive, die um so wichtiger sind, als gerade das Einfache heute, wo wir selten über große Mittel zu verfügen haben, am meisten praktische Verwendung finden kann.
Nürnberg.