W. Wattenbach.

Da mit dieser Nummer der Jahrgang 1868 des Anzeigers geschlossen ist, so wird die gütige Bestellung der Fortsetzung desselben hiedurch in Erinnerung gebracht. Halbjähriges Abonnement wird nicht angenommen.

Verantwortliche Redaction: A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. Dr. A. v. Eye.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.

Sebald ’sche Buchdruckerei in Nürnberg.

Fußnoten:[1] Ueber den ersteren siehe die sorgfältige, nur geringer Ergänzung bedürftige Mittheilung Schulze’s in Herrig’s Archiv 1862, S. 156; über Campen habe ich eingehend in meinem Agricola, S. 83–191 gehandelt. Weiteres siehe bei Harrebomée, Spreekw. der Nederl. taal. Bd. III, Vorrede.[2] Die schwankende Orthographie kommt natürlich nicht in Betracht.[3] Quadrati rustici kommen auch in einem Lied bei Feifalik, p. 169, vor.[4] Das Fließen der Wunden in Gegenwart des Mörders wird noch behauptet in der Magia naturalis „Geheime Unterredungen zwischen zweyen vertrauten Freunden — von der Magia Naturalis u. s. w. zum Druck gegeben von dem Collegio Curiosorum in Deutschland. Im Januario 1702. Gedruckt zu Cosmopoli. 8.“ S. 99: „Anderer häuffigen Wirkungen des Geblüts zu geschweigen, gebe ich dem Herrn nur in Observanz zu ziehen, ob das nicht wunderlich genung und doch natürlich zugehe, wenn das Blut eines umgebrachten Menschens seinen eigenen Thäter verräth, wenn es von dem todten Körper contra ordinem naturae fließet, wie solches der ganzen Welt bekand ist.“[5] Mit diesem Weisthum haben wir zugleich die Bestätigung, daß Rotweil schon im 12. Jahrh. einen Schultheiss hatte. — Langen sagt S. 68: „Als Friederich Barbarossa den Bischof Egino von Chur zum Fürsten des Reichs machte und dem Stifte viele Privilegien gab, so übertrug dieser Bischof dagegen dem Sohn des Kaisers, dem Herzog Friederich, die Kastenvogtei über das Stift Chur. Nun war es gebräuchlich, daß der Bischof von Chur dem jeweiligen Kastenvogt alljährlich ein Federspiel verehrte, und fiel diese Verehrung laut Urkunden dem Schultheiß von Rotweil zu (als des Reichs Amtmann).“ — Das Rotweiler Schultheißenamt war also ursprünglich kein städtisches Amt, sondern ein kaiserliches; der Bürgermeister leitete die städtischen Angelegenheiten. Bei Rathssitzungen saß der Schultheiß unten gegen die Thüre zu; der Bürgermeister hatte den Vorsitz. Später sind beide städtisch. A. 1546: Der Bürgermeister soll künftig nicht mehr bei der Thür sitzen, sondern an der obersten Stelle, dem Schultheiß auf der rechten Seite. Das Schultheißenamt löste a. 1401 die Stadt von K. Ruprecht aus; es war also von da an städtisch und dauerte auch neben dem Bürgermeisteramt fort; besonders handelte es beim Stadtgericht Straffälle ab und nahm Appellationen von Rathsbeschieden an. Ganz später blieb dem Schultheißenamt nur noch die Erledigung der Gantsachen. Der Bürgermeister hatte die Straffälle. Beide wechselten in der Regierung jährlich ab.[6] Heckenstaller’s Frising. Bd. CCLXI. Aus einer Copie des 18. Jahrh. Vgl. Anzeiger 1867, Nr. 10, Sp. 303 f.[7] octo?[8] Nach Lang ein „Weich-Wald“ ( d. i. Weih-Wadl, Weihwedel. D. Red. )[9] Nach Lang eine davon 6 Schuh hoch und 119 Mark Silber wiegend.[10] Nr. 10 ist bis jetzt ausgeblieben.[11] Osenbrüggen, Alem. Strafrecht, S. 91. Rechtsalterth. aus d. Schweiz 1858, H. III, 21. Bamberger Halsgerichtsordn. Art. 146.[12] Das Häringverbrennen, eine gegen Seuchen und Volkskrankheiten ergriffene allerwärts übliche Maßregel. S. mein Augsb. Wörterb. 220. 221. Häringe waren im 13. Jhdt. schon sehr bekannt und kommen auch im Augsb. Stadtr. in den eingerückten Zolltarifen vor. Man ließ die bei den Kramern gefundenen alten Häringe sogar durch den Nachrichter verbrennen. Stetten, Handw. Gesch. Nachtrag (2. Bd.), S. 137.[13] Vgl. Anzeiger 1860, Sp. 207. 366.[14] Ueber den Werth der Marienkirche in architektonischer und malerischer Beziehung hat F. v. Quast ein sehr vortreffliches Gutachten abgegeben, welches, so viel ich weiß, bisher ungedruckt, in Manuscript von der Hand des Verfassers in der Registratur der Marienkirche sich findet.[15] Vgl. Otte, Kunst-Archäologie. 4. Aufl. S. 82.[16] Th. Hirsch, die Oberpfarrkirche St. Marien zu Danzig (Danzig, 1843), Bd. I. Von dem, die Kirchengeschichte von Danzig seit der Reformation enthaltenden zweiten Bande sind 1846–47 leider nur 18 Bogen erschienen. Das höchst verdienstvolle Werk bricht S. 280 mit dem J. 1606 ab.[17] Vgl. Hirsch a. a. O., Bd. I, S. 281 ff.[18] Danziger Katholisches Kirchenblatt, 1867, S. 299. Vgl. auch Hirsch a. a. O., S. 147.[19] Danziger Katholisches Kirchenblatt, 1867, S. 316.[20] Ueber das kostbarste der dortigen Meßgewänder, die goldene Casel in Zarnowitz, habe ich in Nr. 21 des Organs für christliche Kunst von 1867 genauer berichtet.[21] Vgl. A. Hinz, die Oberpfarrkirche St. Marien und deren Schatz an mittelalterlichen Paramenten. Eine Vorlesung. (Danzig, 1865.)[22] Es wäre sehr wünschenswerth, daß eine Publication des ganzen Paramentenschatzes in Farbendruck, nach Art der Tafeln zu Bock’s Geschichte der liturgischen Gewänder, zu Stande käme. Wo ist ein Verleger dafür?

Danzig.

K. Bergau.

[23] Ich hatte kurz zuvor diese Ausgabe, ein durchaus wohlerhaltenes und vollständiges Exemplar, erworben aus dem Antiquariat Heerdegen zu Nürnberg, zugleich mit Zincgref’s Apophthegmen. Straßb., 1626. 8. und J. G. Seybold’s Viridarium. Norimb. 1677. 8. zusammen um die Summe von — 1 Gulden und 30 Kreuzer. Es nahte sich gerade damals der Wendepunkt der goldenen Zeit der Bibliophilen, und Kreuzer und Groschen verwandelten sich seitdem in Guldenstücke und harte Thaler — für die Herren Antiquare. Damals boten noch an Butsch zu Augsburg (1842) Kirchhof ’s Wendunmnth. Frankf., 1589. 8. zu 48 kr., Seligsberg zu Bayreuth (1842) Erasmi Chiliades. Francof. 1599. 2. zu 36 kr., desgl. Zincgref ’s Apophthegmen. Leyden, 1644. 12. 2 Theile zu 36 kr., Müller zu Gotha (1841) Erasmi Adag. Epit. Leyd. 1663. 8. zu 6 Gr., Thoma zu Nürnberg (1840) J. Camerarii Symbola. Mog. 1668. 8. zu 9 Groschen, Heerdegen zu Nürnberg im gleichen Jahre Chr. Lehmann ’s Chronik d. Reichsstadt Speyer. Franckf. 1612. 2. zu 48 kr., und im Jahre 1802 begnügt sich Val. Cammerer zu Erlangen für Schottelii Haubtsprach. Braunschw. 1663. 4. mit 36 kr., Rollenhagen ’s Froschmeuseler. Magdeb. 1608. 8., oder die Gestriegelte Rockenphilosophie. Chemnitz, 1718. 8., oder Balth. Schuppii sämmtl. Schriften. Franckf. 1701. 8. mit 15 kr. und für Sebast. Franck ’s Sprichwörter. Zürich, 1545. 8. gar mit 12 kr. Tempi passati! — Wozu aber diese Note? Sie will nur andeuten, welche materiellen Schwierigkeiten ein Forscher der Gegenwart, der nicht immer ein Crösus ist und häufig fern von größeren Bücherschätzen lebt, bei proverbialen, ein überaus großes und verschiedenartiges Material erheischenden Untersuchungen zu bewältigen habe, und daraus resultierend, mit welcher Nachsicht, wie bei vorliegender Frage, ein Irrthum oder richtiger ein Uebersehen von Seiten eines gewiegten und verdienten Forschers zu beurtheilen sei.[24] Daß diese sogar in einer Ausgabe (o. O. 1541) nicht 749, sondern „746“ laute, ist mir nicht unbekannt; allein es beruht auch dies auf einem offenbaren Druck- (vielmehr Setz-) Fehler: die unmittelbar vorangehende Numerierung in derselben ist:... „746“. „747“. „748“.[25] Es ist selbstverständlich, daß mir manche Hülfsmittel mögen fremd geblieben sein, und ich möchte in dieser Beziehung die Aufmerksamkeit auf eine mir gleichfalls verborgene Quelle lenken, auf die mich die Güte meines verehrten Freundes Ottow hingewiesen, die: „ Bibliotheca Cypriana, sive catalogus librorum... quos E. Sal. Cyprianus sibi conquisivit“. „Da Cyprian die reichhaltigste Sammlung von Agricola’s Schriften besaß, so möchte, fehlt die Ausgabe dort, die Angabe Nopitsch’s wol irrig sein.“[26] Wir verdanken dieselben der gütigen Mittheilung eines Verwandten der Familie, des Herrn Ober-Regierungsrathes Juncker von Oberconreid zu Gumbinnen.[27] Mutz, Stutzschwanz.[28] Zelten, traben, Trott oder Paß gehen.[29] Wir gehen daher auch in der unter der Presse befindlichen neuen, vierten Auflage des „Führers durch die Sammlungen des Museums“ näher auf diese Abtheilung ein und lassen deshalb hier die chronologische Frage außer Acht.[30] Inneres Deckblatt des Vorderdeckels der Hdschr. Clm. 6380 der Staatsbibliothek zu München (X-XI. Jahrh.).[31] Aus Heckenstaller’s „Frisingensia“ beim Domcapitel in München, IX, 335. (Abschrift des 18. Jahrh.)[32] Die äußeren Altarblätter oder Thürflügel.[33] Die Chorherren.[34] sie communizieren.[35] Auf Veranlassung des Nachgenannten diene hiemit zur Berichtigung des in der Beilage zur vorigen Nummer d. A. enthaltenen Verzeichnisses der Jahresbeiträge, daß es unter Freiburg nicht „Freiherr von Wengen“, sondern: „ von der Wengen “ heißen muß.[36] leien, leienen, jüdisch-deutsch, lesen.[37] verteischt, d. i. verdeutscht.[38] enk, d. i. euch; Schmeller I, 83.[39] Die mit Cursiv gedruckten Stellen sind durch hebräische Worte, und zwar meist in Abkürzungen, ausgedrückt.[40] betragen; der Druck: betagen.[41] um; der Druck: vnd.[42] Dr. ergan.[43] Dr. tan, Wald.[44] Dr. held krefftigen.[45] Dr. von seim boͤsen Weibe.[46] nach, mhd., nahe, beinahe; Dr. nahet.[47] Dr. zwischen.[48] Dr. beliben.[49] wendeit (so!), Dr. wendet = wendetet.[50] Dr. allein.[51] Dr. uͤchsen, mhd. üehsene, fem., Achselhöhle; Schmeller I, 19.[52] von galchot, d. i. aus dem Deutschen; galach, jüdisch-deutsch, vom hebr. galach, scheren: der Geschorene; daher: der (kathol.) Geistliche, Pfarrer; der Deutsche (im Gegensatz zum Juden).[53] schutphim, hebr. plur., Gesellschaft, Compagnie.[54] „O mens sit iocunda“ hat die Handschrift gegen Rhythmus und Reim.[55] „vini pari“, Cod.[56] „haustus“, Cod.[57] Hier fehlt offenbar etwas, obgleich die Handschrift keine Lücke hat.[58] Berichtigung. Wie uns erst nachträglich zur Kenntniß gekommen, verdanken wir das unter Nr. 5468 aufgeführte werthvolle Geschenk zweier Kupferstiche von W. v. Abbema nach C. F. Lessing dem Kunstvereine zu Halberstadt.[59] Bald nach dem Erscheinen der Schrift gestorben.[60] Vgl. Schmoller II, 513. D. Red.[61] Auf der Rückseite der Urkunde, welcher wir diese Nachricht verdanken, findet sich von anderer Hand die Bemerkung: „Es waren welsch Haselnuß“.[62] Die Familie von Lohe ist eine preußische (in Thorn). Wahrscheinlich erfolgte die Mittheilung auf Ersuchen des Danziger Raths.[63] Herbst.[64] Aus dem Danziger Stadtarchiv: Milit. D. 1. a.[65] Kraveel, navis vectoria grandis et tarta (Frisch 544 c); holl. karveel, karvielschip; ital. caravella, span. caraba, carabela, franz. caravelle, aus mittellat. carabus, caravala, caravella (Ducange II, 168 b. 170 c. Diez 88.) D. Redact.[66] gegossen.[67] Kammern.[68] Bord?[69] Hauptstück.[70] Verdeck.[71] Mast.[72] eine Tonne? — Vielleicht i vnd j (durchstrichen). — d. i. 1½ Tonne. D. Redact.[73] eine Neige, ein Rest.[74] wahrscheinlich 400 Vorschläge: iiij c.[75] wol 300 eiserne kugeln: iij c.[76] Celtes selbst schreibt den Namen bald so, bald anders (u. A. auch Rosuita), was hinreichend dafür zeugt, daß er für seine Person von der richtigen Etymologie des Wortes keine Ahnung hatte.[77] Die Orig. der beiden Urkunden auf Perg. im Egerer Stadtarchiv.[78] Orig. ddo 1410, 16. Okt. im Egerer Stadtarchiv.[79] Copie auf Papier im Egerer Stadtarchiv.[80] Orig. auf Perg. im Egerer Archiv.[81] Während der Belagerung von Neuhaus sollen sich die Bürger von Eger durch ihren tapferen Eifer hervorgethan und unter ihnen wieder die Mitglieder der Tuchmacher-Zunft, „als die den Vorzug gehabt haben“, besonders ausgezeichnet haben, weshalb ihnen vom Rathe der Gebrauch der Trompete bei Tanz und Festspielen gestattet wurde. So erzählt Pankraz Engelhard, der älteste Chronist von Eger, der um das Jahr 1560 seine „Chronika“ schrieb.[82] Orig. ddo 27. Sept. im Egerer Stadtarchiv.[83] Die Orig. dieser Urk. auf Perg. im Archiv zu Eger. — Ueberdies beriefen sich die Egerer auf K. Karls IV. Verordnungen.[84] Die angezogenen Briefe im Stadtarchiv zu Eger.[85] Diese weitläufige Berufungs-Urkunde wurde zunächst in deutscher Sprache verfaßt und alsbald behufs Ueberreichung in Rom ins Lateinische übersetzt. Sie liegt in beiden Fassungen im Egerer Stadtarchive vor. Der Schiedsspruch des Konrad Truchseß von Pommersfelden ist da nur mehr in der Copie vorhanden.[86] Dietrich von Gemmingen war der Sohn Pleikarts, der 1515 starb und in Gemmingen begraben liegt. Dietrich war von Anfang ein eifriger Anhänger der Reformation, ja, er war der erste kraichgauische Ritter, der zur lutherischen Lehre übertrat. Mit Erhard Schnepf, Brenz, Capito, Buzer stand er in innigem Verkehr, und er, sowie seine Brüder Wolff und Philips bedauerten aufrichtig den Zwiespalt der Evangelischen wegen der Abendmahlslehre. Kurz vor seinem Tode widmet ihm Brenz seine Anmerkungen zum Buche Hiob, als Anerkennung seiner Frömmigkeit und ritterlichen Gesinnung.[87] Wenn anstatt 3 ₰ bei den Kleidern 3 lb. gelesen wird, so stellt sich nach österr. Rechnung die Gesammtsumme allerdings auf 71 Pfd. und differiert nur in Schillingen und Pfennigen.[88] Vgl. Anzeiger, Jhrg. 1867, Nr. 11, woselbst es Sp. 341, Z. 13 v. u. statt „Eleganz“ heißen muß: „Auflegung“.[89] S. Lüneburger Urkundenbuch, VII. Abthlg., S. 133.[90] Auf süddeutschen Siegeln ist mir bis jetzt kein Beispiel bekannt; sollte es welche geben, so wäre mir ihre Mittheilung sehr erwünscht.[91] S. a. a. O., S. 135.[92] Auf mittelalterlichen Wappen kommt der Fall sehr häufig, mitunter als Beizeichen, vor, daß der untere Theil des Schildes ganz von Pelz, oder von Pelz und einer Farbe gestreift ist, was häufig die Ursache ganz falscher Blasonnierung aus Unkenntniß der heraldischen Pelzformen solcher Wappen war, — und noch ist. Es gab überhaupt in der ersten Zeit und bis in die Zeit, aus welcher die Züricher Wappenrolle stammt, außer den zusammengesetzten, meist aber monogrammatisch zusammengeschobenen, wie L. v. Ledebur sie nennt, keine mehrfeldigen Wappen. Wie sollte es auch solche gegeben haben, so lange dieselben auf dem wirklichen Schilde geführt wurden, welcher nur aus einem Felde bestand? — Das muss auch bei der richtigen Blasonnierung ausgedrückt werden. So z. B. ist das Wappen von Wartensee, Nr. 192 der Züricher Rolle, als ein von Weiß, und Blau — und — Weiß quergestreifter getheilter Schild, mit einem wachsenden, rothen Löwen in Weiß, und das Wappen Nr. 350 als ein von Gelb, und Weiß — und — Roth schräggestreifter gespaltener Schild, mit einer schwarzen Lilie in Gelb, zu blasonnieren, — nicht aber Nr. 192 als ein gespaltener Schild im obern, weißen Felde mit einem wachsenden, rothen Löwen, und im untern, blauen Felde mit zwei weißen Querbalken, und Nr. 350 als ein gespaltener Schild im rechten Felde mit einer schwarzen Lilie, im linken, rothen mit drei weißen (oder in weißem mit drei rothen) Schrägbalken. Das hier Gesagte möchte wol auch von der Blasonnierung der Wappen auf den drei Siegeln der hannover’schen Linie Behr gelten, bei Lisch, a. a. O., S. 12, abgebildet Taf. X, Fig. 52–55.[93] S. meine Monographie über das herald. Pelzwerk, S. 21, Fig. 6 und Lüneburger Urk.-Buch VII. Abthlg., S. 185.[94] Die Bodendike, Blankenburg, Harlingeberg und Elvelingerode gehören alle, nach Grotefend, zum Geschlechte der Herren von Campe.[95] In der Legende des Siegels steht Bodendibe statt Bodendike, ein Versehen des Stempelschneiders, wie deren auf alten Siegeln nicht selten vorkommen.[96] Aus den Materialien zu einer Kulturgeschichte der Grafschaft Wertheim. Vergl. das Würzburger Chilianeum, Jahrg. 1866, Nr. 3 ff. — Die erläuternden Anmerkungen bitte ich mit Nachsicht aufzunehmen, da mir an hiesigem Orte zu erschöpfenden Ausführungen die wichtigsten Hülfsmittel fehlen. Ich habe darum nur beigefügt, was Aufzeichnungen aus älterer Zeit (Collectanea zur Kulturgeschichte, welche ich in den 40er Jahren am Rhein gesammelt habe) oder in jüngerer Zeit wieder durchgelesene Schriftsteller darboten.[97] Pokal, Becher; Schmeller III, 392.[98] In Heilbronner Inventarien begegnet für Deckel noch der mhd. Ausdruck lit; vgl. Schmeller II, 438.[99] So steht deutlich in unserem Inventar. Es ist dafür ohne Zweifel Makhöllein zu lesen, welche Form Schmeller II, 556 aufführt, während die erwähnten Heilbronner Inventarien, wie mir Herr Dekan Bauer in Weinsberg mittheilt, Magölin und Magelin schreiben als Bezeichnung kleinerer Becher, deren z. B. 5 Stück 2 Mark 7 Loth wogen. Doch hat auch Diefenbach in seinem Glossarium latino-germanicum p. 116c unter cyathus neben Magölein etc. die Form backehlygen verzeichnet und das Wort mit dem ital. majolica, majorica in Verbindung gebracht.[100] Hans Schaff, 1560 gräflicher Schultheiß.[101] Der Mosbacher Weidner (Hirschfänger; Schm. IV, 27.) thut auch Fischart Erwähnung: All. Pract. Großmutter, hg. v. Scheible, pag. 654.[102] d. i. Trühelein, kleine Truhe, Lade; Schm. I, 487.[103] Kranz, Schm. III, 375. „Das ein ist der Elsen geben worden als es vf Michel Freundts Dochter Hochzeitt gen Umbstat gereist 13. Februarij 88“. Randbemerkung des Inventars.[104] Brenn-Spiegel, speculum ustorium.[105] Brustfleck, pectorale; Grimm, Wbch. II, 450.[106] zugetheilt, vermacht (als Legat); Schm. III, 333.[107] annulus memorialis; vgl. Grimm, Wbch. II, 942. Vorzugsweise wurden Ringe, welche aus drei in einander gefügten Ringen bestanden, Denkringe genannt.[108] Wol ein bei einem Sternschießen als Preis gewonnener Ring.[109] Ohrenringe werden in keinem Wertheimer Inventar erwähnt. Nach Geiler von Kaisersberg wurden solche von den Zigeunern getragen; doch meint er es würden auch die deutschen Frauen bald diese Mode annehmen. Vergl. Grimm, Gramm. III, 453.[110] Fischart’s Gargantua (hgg. v. Scheible, p. 303) erwähnt italiänische „Zahnsteurer“ aus Mastixholz und niederländische aus Wacholder- und Lorbeer-Holz.[111] Gewöhnlicher: Agstein, succinum, Bernstein. Grimm’s Wbch. I, 816. 190.[112] Wol Graf Georg von Isenburg, welcher 1577 zu Wertheim im neuen Bau starb. Braunes Buch (im Archiv der Stadt Wertheim), fol. 657. Vergl. Aschbach, die Grafen v. Wertheim. I, 312.[113] Haematites, der faserige rothe Eisenstein, Eisenerz mit rothem Strich, zum Blutstillen dienlich.[114] Chalcedonier, Chalcedonyx.[115] Man trug solche auch an Paternostern, um diese wohlriechend zu machen; Geiler von Kaisersberg. Vergl. Luthers Uebersetzung von Jesaia 4, 20.[116] Wolfszähne erleichtern das Zahnen der Kinder; Fischart, a. a. O., p. 233.[117] Dattelkerne sollen vor dem Fallen schützen; Fischart, a. a. O. Vergl. Grimm Wbch. II, 826.[118] Vgl. Grimm’s Wbch. III, 413.[119] Reutling? Herr Dekan Bauer erinnert mich an „Quellen zur deutschen und bayerischen Geschichte“ V, 140, wonach (im Landfrieden v. J. 1244) der Bauer nur führen sollte „simulum aut rentil, non cultrum latinum“. Doch liest das Archiv für österreich. Geschichtsquellen 1848, I, 52 an derselben Stelle wol richtiger „stimulum vel reutil “. Der Reutling (mhd. riutelinc) ist eine Art kleinen Speers (Grimm, Gramm. III, 443. Benecke-Müller, mhd. Wbch. II, 748. Schm. III, 164), aber auch ein Schwert. Vergl. Sandrub:

Fragt, wars ein Schweizerdegen? „Nein“.