[221] Ausführlicheres über den nachstehenden Fund bringen, wie oben („Aufsätze in Zeitschr.“) bereits mitgetheilt, die Köln. Ztg. (Nr. 310, 2. BL.) und die Weserzeitung (vgl. Korr. v. u. f. D. Nr. 585).[222] Vgl. Wackernagel, Bibliographie zur Geschichte des deutschen Kirchenliedes im 16. Jahrh., S. 280. Gödeke, Grundriß zur deutschen Dichtung, I. Bnd. 158 f.[223] Die Adler auf den übrigen kaiserlichen und königlichen Bannern in diesem Manuscripte sind alle einfach.[224] Auffallend sind auch die beiden Doppeladler an der Schatzkammer-Mutter-Gottes in Mariazell aus dem 14. Jahrh. nach der von A. Essenwein im Anzeiger 1867, Nr. 9, Sp. 301 u. 302, mitgetheilten Abbildung.[225] Als Reichs wappen, im Gegensatz zu dem mehr persönlichen des Kaisers (?).[226] Nach Erbstein soll zwar der Doppeladler auf dieser Münze „sein Erscheinen lediglich demselben Umstande, dem das Vorkommen der französischen Lilie in derselben Stelle auf einer ganz gleichen Goldmünze König Johann’s von Böhmen, des Lützelburger’s (1311–1346), zuzuschreiben ist“, verdanken. „Während hier der Stempelschneider ein Goldstück des Königs Philipp VI. von Frankreich nachahmte, diente dort dem Künstler die flanderische Münze zum Vorbilde.“ („Der Doppeladler auf den flanderischen Münzen, wo er schon im 13. Jahrh. erscheint, soll der von Allost sein.“)
Dr. Erbstein schreibt mir ferner: „daß man im Mittelalter bei dem, theilweise aus Verkehrsrücksichten gebotenen Nachahmen fremder, besonders cursfähiger Münzen, darauf sah, daß eine möglichst vollkommene Uebereinstimmung in den Bildern herrsche. Die Umschriften waren ja den Meisten unverständlich; man hielt sich an das Bild, und so findet man oft bei Münzen bis in die kleinsten Nebentheile des Bildes wahrhaft peinlich ausgeführte Copieen, die im Zusammenhange mit den veränderten Umschriften zum Theil große Widersprüche ergeben. Ein Beispiel solcher weitgetriebenen Nachahmungen führte ich unter Nr. 9 an.“ (S. Anzeiger 1864, Nr. 5, Sp. 169 u. 170).
„Im Mittelalter wurden übrigens meist immer gleich mehrere Stempel verfertigt, mit denen man gleichzeitig ausprägte, bei starker Ausmünzung sogar viele. Es kann daher nicht auffallen, wenn von der bewußten Goldmünze eine ganze Reihe von Stempeln existieren, die bei genauer Vergleichung ein wenig von einander abweichen.“ (Im Anzeiger 1854, Nr. 11, Sp. 274–75, sind zehn solcher verschiedenen Stempel aufgeführt.)
Ueber den Werth der Ansicht Wideburg’s, daß in Folge des Frankfurter Reichstages von 1338 diese Schaumünze mit dem Doppeladler geprägt worden sei, zu entscheiden, muß ich den Herren Numismatikern überlassen.
[227] Gleichartige Rücksiegel führten K. Heinrich VII., K. Günther von Schwarzburg und K. Karl IV.; auf letzterem steht der Adler nach rechts und sieht nach links zurück.[228] S. Freih. L. v. Ledebur, Archiv f. deutsche Adelsgesch. I, S. 258 u. 259.[229] Römer-Büchner: Der deutsche Adler nach Siegeln, S. 39.[230]
Nr. 3. Nr. 4.
Solchen (nicht heraldischen) Siegelbildern begegnen wir im Mittelalter nicht selten. So z. B. dem Adler (Nr. 3 ) auf den beiden Siegeln II. B. der Gräfin Adelhaid (Adilhild) von Zollern, von 1262, und der Euphemia von Hohenlohe-Brauneck (Nr. 4 ) v. 1326 (Nr. 14 u. 15 meiner mittelalt. Frauensiegel); ersterer spielt auf den Taufnamen der Sieglerin an, und letzterer ist das bekannte Symbol des Evangelisten Johannes.
[231] Abgebildet bei Römer-Büchner a. a. O., Taf. II, Fig. 2.[232] Der Abguß des Grabsteins im germanischen Museum ist Geschenk Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph I. von Oesterreich.[233] Die Doppeladler an der Bamberger tunica imperialis K. Heinrich’s II. (1002–24), abgebildet bei F. Bock, Gesch. d. liturg. Gewänder d. Mittelalt. II, Lief. II u. III, S. 281 u. 282 — selbst die richtige Zutheilung dieses Gewebes vorausgesetzt, — gehören wol ebenso in die Ornamentik, wie der Doppeladler auf der Cassette König Ludwig’s des Heiligen von Frankreich; (E. Ganneron, „la cassette de Saint Louis etc.“ 1855, Pl. IV, Sig. IV).[234] Rudolf ist, soviel bis jetzt bekannt, der erste deutsche König, der ein Wappensiegel führte; auf seinem Secretsiegel IV. A. 1 von 1277 ist aber der einfache Adler zu sehen.[235] Auf dem Grabmale der 1281 verstorbenen K. Anna im Münster zu Basel befindet sich ein einfacher Adler in der gewöhnlich heraldischen Form jener Zeit (v. Hefner-Alteneck, a. a. O., I. Taf. 67). Nach Jacob Burckhardt soll das jetzige Monument aber erst nach dem Erdbeben v. J. 1356, welches den Chor des Münsters zerstörte, verfertigt worden sein (s. die Beschreibung der Münsterkirche in Basel, 1842, S. 18). Dafür spricht die Form der Dreieckschilde. Auch v. Hefner-Alteneck bezweifelt die Gleichzeitigkeit desselben. Da jedoch anzunehmen ist, daß K. Rudolf seiner Gemahlin noch selbst ein Denkmal setzen ließ, so möchte das jetzige eine Copie des ursprünglichen sein.[236] Gewiß nach dem Steine, von dem Ottokar von Horneck berichtet; denn dem Charakter der Figur, dem Kostüme und der Form der Buchstaben nach gehört das Original des Bildes dem Ende des 13. Jahrhunderts an.[237] Zum Behufe dieser Abbildung ließ ich, um ganz sicher zu gehen, einen Gypsabguß des Originals fertigen. Auf demselben befand sich nun, zu meinem Erstaunen, auf der Brust des Adlers eine kleine, erhabene Figur in der Form eines Hermelinschwänzchens oder ausgezackten Blattes oder dergleichen, welches heraldische Curiosum mich veranlaßte, den Abguß mit dem Original noch selbst ganz genau zu vergleichen. Und siehe da, auf dem Original war keine Spur davon zu finden! Es muß daher wol in die noch weiche Form sich zufälliger Weise irgend ein Gegenstand eingedrückt und diesen Fehler im Abgusse veranlaßt haben. Also selbst auf Abgüsse kann man sich nicht immer unbedingt verlassen! Das mahnt zur Vorsicht.[238] So tief dürfen wir unsere „edle Heroldskunst“ doch nicht stellen![239] Johann Friedrich Böhmer; s. dessen „Leben, Briefe und kleinere Schriften“, herausgegeben von Janssen III, 453 ff.[240] Diese 1848 erschienene und wol nur im Drange der damamaligen Verhältnisse schnell entworfene kleine Schrift enthält neben einigen heraldischen Unrichtigkeiten wenig Neues und würde schwerlich von ihrem gelehrten Verfasser in ihrer ursprünglichen Form wieder veröffentlicht worden sein.[241] Es ist überdies noch ein großer Unterschied zwischen den von jeher und constant so erscheinenden Löwen und Leoparden, z. B. im böhmischen und saynischen Wappen, und den willkürlich, wol nur aus Mißverständniß der ältesten Formen so verschlimmbesserten Löwenschwänzen unserer Zopfheraldiker älterer und neuerer Zeit.[242] Bei Römer-Büchner: „Die Siegel der deutschen Kaiser“ etc., Frankfurt, 1851, S. 51, sollte es daher heißen: „auf jeder Seite ein stehender doppelköpfiger Adler“ (statt: „auf beiden Seiten zwei stehender Adler“).[243] Mittheilungen der k. k. Centralcommission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale, XI, S. XLVI.[244] Archiv für Anthropologie, II, S. 291.[245] Anzeiger f. K. d. d. Vorzeit 1866, Nr. 1, Sp. 37.[246] Archiv für Anthropologie, II, S. 294.[247] Anzeiger f. K. d. d. Vorzeit, 1866, Nr. 10.[248] Weinhold, heidnische Todtenbestattung in Deutschland, Sitzungsberichte der Acad. der Wissenschaften, XXIX, S. 155.[249] Ganz dem entsprechend ist die bayerische Aussprache Mark für Markt (v. lat. mercatus).