Weil die Marienkirche schon zur Zeit der Reformation (1557) in die Hände der Protestanten übergieng, sind alle erhaltenen Paramente aus dem Mittelalter und dem Anfang des 16. Jahrhunderts. Bei dem ehemals sehr bedeutenden Reichthum der Marienkirche kann es nicht auffallen, daß viele derselben, was Stoff, Form und Stickerei anbetrifft, zu den ältesten und kostbarsten Cultusgewändern gehören, welche überhaupt bekannt sind. Sie bilden demnach eine besondere, hohe Zierde der Marienkirche, eine unerschöpfliche Fundgrube an Mustern für Herstellung neuer Erzeugnisse, für Studien auf dem Gebiete der christlichen Kunst-Archäologie. Nimmt man dazu die vielen, meist gestickten Paramente des 17. und 18. Jahrhunderts, welche aus den jetzt aufgehobenen berühmten, einst sehr reichen Nonnen-Klöstern zu Zarnowitz[20] und Zuckau in den gleichnamigen Pfarrkirchen (beide unfern Danzig) sich befinden, so hat man hier, nahe beisammen, vielleicht die umfangreichste (allein etwa 250 Caseln), interessanteste und in historischer Beziehung wahrscheinlich vollständigste, kaum eine Lücke zeigende Sammlung liturgischer Gewänder, welche überhaupt vorhanden. Die Sacristeien der genannten drei Kirchen sind demnach des eingehendsten Studiums werth.