Mittheilungen der Kaiserlich-Königlichen, Mährisch-Schlesischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde in Brünn. Verantwortlicher Hauptredakteur: Heinrich C. Weeber. 1866. Brünn. 4.
Notizen-Blatt der historisch-statistischen Section der k. k. mähr.-schles. Gesellsch. etc. Redigirt von Christian d’Elvert. (Vom 1. Jänner bis 1. Dec. 1866.) Brünn, 1866. 4.
Zur Culturgeschichte Mährens und Oest.-Schlesiens. Von Christian Ritter d’Elvert. I. Theil. Bildet den 15. Band der Schriften der historisch-statistischen Sektion der k. k. m. s. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur und Landeskunde. Brünn, 1866. 8. VI u. 640 Stn.
Nachrichten.
Literatur.
Neu erschienene Werke.
4) Anleitung zur Anlegung und Fortsetzung der Orts-Chroniken von J. Barth. Sigmaringen, 1867. Hofbuchhandlung von C. Tappen. 8. 48 Stn.
Vielleicht ist die Zeit nicht mehr fern, wo jeder Ort in Deutschland einer eigenen Chronik sich rühmen darf, um so eher, als von Seite der Regierungen, namentlich der preußischen, auf die Abfassung solcher Ortschroniken gedrungen wird. Wo man bis jetzt noch Hand an’s Werk zu legen zögerte, war die Ursache vielleicht keine andere, als daß man die Sache nicht gehörig anzufassen wußte. Die vorliegende Anleitung dürfte daher, als ein zeitgemäßes Unternehmen, von Vielen willkommen geheißen werden. In gedrängten, vorzüglich auf kleinere Orte berechneten Unterweisungen handelt der Verfasser von der Aufsuchung des historischen Materials, von dem Lesen der alten Handschriften, von der Benützung der geschichtlichen Dokumente, der Sichtung des Stoffes, der Ortsbeschreibung und der Fortführung der Chroniken. Zum Schlusse wird noch ein Auszug aus der Ortschronik des Dorfes Ringingen als praktisches Beispiel gegeben.
5) Ueber die Einführung der monumentalen, insbesondere der christlich-monumentalen Studien in den Gymnasial-Unterricht. Von Dr. Ferdinand Piper. Berlin, 1867. 8. 40 Stn.
In fast zu bescheidener Weise, wie uns bedünken will, lenkt auf den wenigen Blättern der oben genannten Broschüre, einem Sonderabdruck aus dem Evangel. Kalender für 1867, der Verfasser das Augenmerk auf einen Gegenstand, dem wir die höchste Bedeutung beilegen möchten, die Hebung des künstlerischen Geschmackes, in Bezug auf welchen die Deutschen im Allgemeinen, die bei sehr getrübtem instinctiven Gefühl, rein auf die Schule angewiesen, und doch trotz aller Museen und Sammlungen fast gänzlich der Schule entbehren, gegenwärtig keinen ihrer sonstigen Bildung entsprechenden Standpunkt einnehmen. Zwar geschieht seit einiger Zeit viel, um auf dem Gebiete des Kunstgewerbes auf historischer Grundlage, wie auch in der angezeigten Schrift ausgeführt wird, der einzig richtigen und erfolgversprechenden, zu besseren Einsichten zu führen; allein um auch den Geschmack selbst des gebildeten Publikums zu bilden, ist ein wirksamer Anlauf noch kaum genommen. Der Verfasser weiset nach, wie das Gymnasium der eigentliche Ort für ausreichende Pflege monumentaler Studien sei; ferner, wie die Aufnahme dieser trotz der bereits herrschenden Ueberbürdung mit Lehrgegenständen zu ermöglichen, und gibt praktische Winke, wie die eingeführten Studien auch innerhalb eines enger angewiesenen Bezirkes nutzbar zu machen. Die Schrift hat vorzugsweise das Verdienst wiederholter Anregung; der Gegenstand ließe sich sehr viel weiter ausführen, mit einer weit größeren Anzahl von Gründen unterstützen, könnte im Verhältniß zu anderen Lehrgegenständen zu seinem Vortheil strenger abgewogen werden, müßte indeß auch, wenn einmal Ernst mit der Sache gemacht würde, namentlich in seiner Scheidung nach vor- und nachchristlicher Zeit und der Bedeutung beider Epochen genauer in Untersuchung gezogen werden. Erfolge der gegebenen Anregung und gleichlautende Strebungen, von welchen im Buche Mittheilung gemacht wird, bilden einen erfreulichen Gegensatz gegen andererseits angeführte Proben des noch immer bestehenden Vandalismus.