v. E.

6) Karl’s des Großen Pfalzkapelle und ihre Kunstschätze. Kunstgeschichtliche Beschreibung des karolingischen Octogons zu Aachen, der späteren gothischen Anbauten und sämmtlicher im Schatze daselbst befindlichen Kunstwerke des Mittelalters. Herausgegeben von Dr. Fr. Bock. Mit 69 Holzschnitten. Cöln u. Neuß, 1866. Verlag von L. Schwann. 4. VI u. 160 Stn.

Der Holzschnitt ist ein vortreffliches Mittel, die Publikationen in möglichst weite Kreise zu bringen. Durch Clichés läßt sich eine unbegrenzte Zahl von Abdrücken herstellen, und man kann dieselben Abbildungen zu den verschiedensten Zwecken verwenden. So erscheinen auch in der vorliegenden zweiten Lieferung eine Anzahl Holzschnitte wieder abgedruckt, die der Verfasser für frühere Veröffentlichungen hatte anfertigen lassen. Diese zweite Lieferung behandelt die Gegenstände der Kleinkunst aus der gothischen Periode, und es ist somit in diesem ersten Bande der ganze Schatz des Münsters zusammengestellt und mit 133 Holzschnitten erläutert. Es ist damit gewissermaßen ein raisonnierender Catalog über diese Schätze gegeben, die in chronologischer Reihenfolge vorgeführt werden. Störend ist dabei jedoch die Art und Weise, wie der Verfasser Nachträge einschaltet, die Numerierungen der Seiten und Figuren plötzlich wieder von vorne anfangen läßt. Es sind dies Verstöße, die sich nur ein Verfasser erlauben darf, wie Bock, bei dem man ob der Fülle des interessanten Stoffes Aeußerlichkeiten gerne übersieht. In der That bietet auch der nun geschlossene I. Band bei seinem reichhaltigen Materiale viel Belehrung und eine vollkommene Uebersicht über die Entwickelung der Goldschmiedekunst; er gibt ein Bild des Reichthums an kostbaren Kirchengeräthen, den früher jede bedeutende Kirche hatte, und führt zugleich neben den schon bekannten und früher vervielfältigten Objekten so viele neue vor Augen, daß das Buch als eine wesentliche Bereicherung der archäologischen Literatur anzusehen ist. Einige beigefügte Zeichnungen von neuen Werken lassen erkennen, wie weit man heute am Rheine auf dem Gebiete der kirchlichen Goldschmiedekunst im Geiste der Alten wieder gekommen ist.

A. E.

7) Joseph Eutych Kopp als Verfasser, Dichter, Staatsmann und Geschichtsforscher, dargestellt von Alois Lütolf. Erste Abtheilung. Luzern. Verlag von Franz Jos. Schiffmann. 1868. 8. 192 Stn.

Wenn unter den schweizerischen Geschichtsforschern, nächst Gilg Tschudi und Johannes v. Müller, irgend einer eine ausführliche Biographie verdiente, so ist es gewiß J. E. Kopp, dessen Name eine neue Epoche schweizerischer Geschichtsforschung bezeichnet; und diese Biographie ist in gute Hände gekommen, da Herr Lütolf, dermal Subregens am bischöfl. Seminar in Solothurn, selbst tüchtiger Geschichtsforscher, auch viele Jahre hindurch mit Kopp in nahem, vertrautem Verhältnisse stand und nach dessen Tod über ein reiches, sehr interessantes Material zu einer solchen Arbeit verfügen konnte. Die ziemlich einläßliche Schrift weist in klarer, bündiger Weise nach, wie Kopp allmählich zum gründlichen und immer gründlicheren Geschichtsforscher sich heranbildete, wie wahrheitsliebend, gewissenhaft, scharfsinnig und unermüdet er dabei verfuhr, und wie das, was er zunächst für die Geschichte der eidgenössischen Bünde leistete, auch auf die neuere Geschichtschreibung unverkennbare Rückwirkung ausübte. Die Darstellung gewinnt sehr dadurch, daß Lütolf meistens seinen Helden selbst reden läßt. Die Ausstattung des Buches ist vortrefflich; der Preis billig.

8) Das monumentale Rheinland. Autographische Abbildungen der hervorragendsten Baudenkmale des Mittelalters am Rhein und seinen Nebenflüssen, von Dr. Fr. Bock. Cöln u. Neuß. Verlag von L. Schwann. 8.

Der fleißige Herausgeber hat sich in diesem Werke auf das Gebiet der Architektur begeben und hat es unternommen, eine Anzahl der interessanten Kirchen, an denen das Rheinland so reich ist und die theilweise unbekannt, theilweise nicht genügend bekannt waren, in trefflichen Zeichnungen des Architekten Schneider in Aachen, eines Schülers Ungewitters, zu veröffentlichen; die Abteikirche zu Lorch, die Liebfrauenkirche zu Oberwesel, Kirche und Wernerskapelle zu Bacharach und die Stiftskirche zu Andernach bilden den Inhalt der ersten vier Lieferungen.

Aufsätze in Zeitschriften.

Katholische Blätter aus Tirol: Nr. 34. Ein Beitrag zur Geschichte der Wiedertäufer in Tirol. (Aus dem Gerichtsarchiv in Sarntheim.) Malefiz-Recht der Erharte Yrscher.