Adler aus dem Wappen des Germanischen Museums

ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

1880.

Nº 11.

November.

Wissenschaftliche Mittheilungen.

Beiträge aus dem germanischen Museum zur Geschichte der Bewaffnung im Mittelalter.

V.

Die auf Sp. 239, 240abgebildete Figur schien uns etwas älter zu sein, als daß sie thatsächlich den 1341 gestorbenen Gottfried von Fürstenberg vorstellen könnte; nun ist allerdings urkundlich nichts darüber bekannt. Der Grabstein stammt aus Freiburg[271] und ist erst später nach Haßlach gekommen, aber zugleich mit dem Stein der Gemahlin des Dargestellten, einer geb. Montfort; und da außer Götz zwar noch ein anderer Fürstenberg eine Gemahlin aus dem Hause Montfort hatte, letzterer aber erst nach Götz starb, so ist wohl kaum anzunehmen, daß der Stein trotz seines alterthümlichen Charakters noch dem 13. Jahrh. angehöre.

Vergleichen wir damit den hier unterFig. 1 abgebildeten Stein aus dem Kloster Schönthal, der der Tradition nach dem 1318 verstorbenen Albrecht von Hohenlohe gesetzt ist, so müssen wir vor allem erwähnen, daß auch hier ein positiver Nachweis über die Angehörigkeit und damit die Zeitstellung nicht erbracht werden kann. Nehmen wir aber auch an, der Fürstenberg’sche Stein sei schon zu Lebzeiten des Götz selbst, auf seine Bestellung hin, gefertigt worden und somit thatsächlich älter als das Jahr 1341, so zeigt doch ein ver gleichender Blick auf jenen Stein und den hier vorliegenden, daß unser Hohenlohe jünger sein muß, als jener Fürstenberg. Er zeigt mindestens hinsichtlich der Bewaffnung jenem gegenüber einen großen Fortschritt. Die Beckenhaube ist jener ersten noch ziemlich gleich; die Abweichungen in der Form sind wol nur auf Rechnung der verschiedenen Hände der Arbeiter zu setzen. Die Halsberge hat aber hier am Kinne einen herabhängenden Ansatz, welcher, in die Höhe gezogen und an einem Knopfe über der Stirne befestigt, als Gesichtsschutz dienen mochte. Sie liegt nicht mehr auf dem Ueberkleide, sondern geht unter demselben als einfacher Kragen weg, bis über die Achseln, wo sie in Zackenspitzen endigt. Ueber dem Kettengeflechte scheint die Figur einen Schuppenpanzer getragen zu haben, der unter dem Arm noch sichtbar wird und über die Achseln geht. Eine heraldisch gezeichnete Lilie deckt außerdem noch die Achsel als verstärkender Schutz und Zier zugleich. Die Brünne reicht nicht mehr bis über die Kniee, die sie nicht einmal erreicht, wohl aber reicht ein Unterkleid, das unter derselben sichtbar wird, gerade so weit.