A. Essenwein.
Florian und Andreas Stoß.
Eine der frühesten Erwähnungen des ersteren steht im Bürgerkatalog von Görlitz, wo es zum Jahre 1524 heißt: „Florian Stoß Goldschmied ist sein Bürgerrecht wiedergegeben, dedit 3 Schock. (3a vigil. cathedr. Petri)“; eher erscheint sein Name in derselben Handschrift nicht. Er ist also von Görlitz verzogen gewesen.
Unter demselben Datum 3a p. Leonhardi (15. Nov.) 1534, unter welchem bereits der Anzeiger 1879, Sp. 110 einen Brief in Sachen des Goldschmieds Martin Stoß brachte, schrieb der Görlitzer Magistrat an den von Nürnberg Folgendes: „Wiewohl wir euerer erbaren Weisheit um vergangene Martini 1533 geschrieben in Sachen unsers Mitbürgers Florian St., Vorzeiger dieses, wegen seines väterlichen und mütterlichen Teils[272], darin sich eure erb. Weish., wie uns berichtet, ganz freundlich erzeiget, des wir uns hiermit in Fleiß bedanken, dennoch wird ihm dieselbige ( sc. Gerechtigkeit ) durch die verordneten Vormünder bis auf heute vorenthalten, welches ihm nicht wenig kümmerlich, so er sein Gebure ( Abgabe ) bei einem erb. Rate davon gütlich abgeleget hätte. Derowegen ist nochmals unsere fleißige und freundliche Bitte etc., den unsrigen fürder gütlich anzuhören... in Betrachtung ( Anbetracht ) der weiten Reisen und schweren Unkosten, so dem unsrigen hierauf gehen würde.“ (Aus den Missiven d. J.)
Aus einem Briefe d. d. 3a p. Quasim. (6. April) 1540 im lib. miss. v. 1539 erfahren wir, daß Florian einen gewissen Cyriacus Preusse in Hirschberg zum Schwiegersohne gehabt. Dieser hatte sich bei dem Goldschmiede über Gewaltthätigkeiten seiner Mitbürger beklagt, „darunter er verwundet und gelähmet ist worden,“ und auf Bericht des Schwiegervaters machen nunmehr die Görlitzer den Hirschbergern Vorstellungen.
Dieselbe Handschrift enthält ein Schreiben an den Bischof von Bamberg, d. d. dominica p. Martini (14. Nov.) 1540, welches uns mit Andreas Stoß bekannt macht. Der wesent liche Inhalt davon ist: Unser Mitbürger Florian Stoß hat uns ( sc. dem Rate von Görlitz ) Bericht gethan, daß unlängst Herr Dr. Andreas Stoß, Provinzial des Karmeliterordens, sein leiblicher Bruder, zu Bamberg verstorben sei, davon er hofft, daß die hinterlassene Barschaft des Herrn Dr. nicht unbillig auf ihn solle vererbet werden; es wird demnach gebeten, dazu beizutragen, daß ihm in Kraft des Testaments Zahlung folgen möge als einem armen Manne mit Weib und Kindern. — Darunter folgt die Bemerkung, man habe mutatis mutandis auch an den Bamberger Magistrat geschrieben.
Somit wäre nun auch wieder das Todesjahr, eines der vielen Sprößlinge Meister Veits nachgewiesen. Das in dem Briefe erwähnte Testament ist höchst wahrscheinlich dasjenige, dessen in Dresden befindliches Fragment ich in Nr. 10 des Anzeigers, Sp. 307 f. mitgetheilt habe.
Bunzlau.
Dr. Ewald Wernicke.