Ane tuchich:[34] Acht tischtucher, vier bar grober leilacher,[35] vier bar flachser leilacher, sieben hembder, vier kussen ziehen, sieben handtswelen, drey faciletlein, ein schlaffhauben.

Schwarzenberg.

A. Mörath.

(Schluß folgt.)

Jahrmarktsbuden und Kramläden des 15. Jahrhunderts.

Der Papiercodex Nr. 973 unserer Bibliothek enthält eine Handschrift des trojanischen Krieges in deutscher prosaischer Bearbeitung des 14. Jahrh., die mit einer großen Zahl flüchtig gezeichneter Bilder ausgestattet ist, welche, roh koloriert, nicht als hervorragende künstlerische Leistungen bezeichnet werden können, die aber doch, sehr lebendig dargestellt, viele Einzelheiten zeigen, die dem Leben abgelauscht sind.

Fig. 1.

Derartige Handschriften wurden nebst ihrem Bilderschmuck mitunter handwerklich kopiert, und so mag auch unser Codex vielleicht irgend einem anderen Originale nachgebildet worden sein; vielleicht ist er selber Original, vielleicht sind die Bilder Skizzen für eine sorgfältigere Ausführung an anderem Orte. Interessant ist nur, daß die Bilder und der Text nicht gleichzeitig von derselben Hand hergestellt sind, indem der Text eine bräunliche, etwas verblaßte Tinte zeigt, während die Bilder mit rein schwarzer Farbe gezeichnet sind. Sie müs sen vor Niederschreibung des Textes auf die Blätter gezeichnet worden sein; denn derselbe schließt sich, theilweise mit ungleicher Zeilenlänge, an die Bilder seitlich in einer Weise an, daß er nicht vor denselben dagewesen sein kann; aber es hat auch der Schreiber des Textes mit seiner braunen Tinte Einzelnes verbessert und mehr hervorgehoben, was ihm der Maler nicht charakteristisch genug gezeichnet hatte. Besonders ist dafür der Kampf auf fol. 35 v. und 36 r. zu nennen, wo er beiden Anführern mit heller Tinte noch Kronen auf die Helme gezeichnet hat, um sie als Könige zu bezeichnen.

Was die Zeit betrifft, der die Bilder entstammen, so zeigt die Bewaffnung bei den vielen dargestellten Kämpfern Arme und Beine in Schienen, den Körper in farbigen Lendnern oder mit buntem Wollkleide bedeckt, den Hals mit den Halsbergen aus Kettengeflecht, die Häupter theils mit Eisenhüten, theils mit der oben spitzen Beckenhaube (Bassinet) bedeckt. Die Handschuhe haben die charakteristische Form des 14. Jahrh.; Schellenschmuck am Gürtel wird theilweise zur Bewaffnung getragen, ebenso aber auch an den Zotteltrachten der Hauskleidung, so daß das Kostüm dem Ende des 14. und Beginn des 15. Jahrh. angehört. Auch die Schriftzeichen des Textes weisen auf den Beginn des 15. Jahrh., vielleicht noch Schluß des 14. hin. Wenn also nicht unser Codex selbst, so ist jedenfalls das Original, nach welchem er kopiert ist, gegen das Jahr 1400 entstanden. Wir werden aus demselben noch Einiges zu entnehmen haben. Heute führen wir den Lesern daraus zunächst inFig. 1 ein echtes Genrebild vor. Es ist wol Kirchweihe; an der Kirche hat ein Händler seine Bude aufgeschlagen und bietet allerlei zum Verkaufe aus. Da kommen die Herren und Damen der benachbarten Burg, um einzukaufen. Daß die eine Dame bärtig ist, erklärt sich aus der Sache selbst; es ist die Scene gemeint, wo Achilles unter den Jungfrauen sich als Mann verräth, indem er aus den Herrlichkeiten des bunten Trödelkrames für sich den Schild herausgreift. Der Maler wollte uns sagen, was natürlich (wie so oft auf der Bühne von heute) keiner der Mitspielenden merkt, daß diese angebliche Prinzessin kein Weib, sondern Achilles ist. Der Kaufmann unterscheidet sich in seiner einfachen Kleidung von den herrschaftlichen Käufern. Die Art, wie die Bude zusammengestellt ist, hat sich bis heute noch erhalten, und der hiesige Weihnachtsmarkt zeigt deren alljährlich in ziemlicher Anzahl. Auch die Händler bleiben, obwohl aufmerk sam auf ihre Besucher und Waaren, sitzen, wie jener unseres Bildes, höchstens durch einzelne Worte die Waaren anpreisend, bis die Besucher gewählt haben und der Handel beginnt; dann erst stehen sie auf. Wir können also wohl glauben, daß der Zeichner seine Scene der Natur abgelauscht und sie, mit Ausnahme des Bartes, genau so wiedergegeben hat, wie er selbst sie oft im Leben gesehen.

Fig. 2. Fig. 3.