Reichenbach (Regb. Breslau). Paul Juch, Maler, nennt sich unter Anbringung seines Monogramms 1586 am Schülerchor der alten Pfarrkirche. (Schles. Vorz. 24. Ber. S. 255.)[144] — Der südliche Kapellenanbau rührt her von Balthasar Jentsch, „Meurer und kunstreichem Tischler“ aus Liegnitz (1585) (ebenda S. 253). Dieselbe Kirche besitzt das Grabmal des Maurers Melchior Friedrich († 1589) mit Monogramm (ebenda S. 255).
Sagan. Meister Hans von Sagan malte 1506 die Orgel in der Klosterkirche der Franziskaner zu Bautzen und erhielt dafür 14 Mark. (Wirthschaftsbericht des Klosters, abgedr. im N. Laus. Magaz., Bd. 49, S. 43.) Wahrscheinlich ist dieser Künstler identisch mit dem bei Schultz, Breslauer Malerinnung, S. 88, angeführten Hans Schöneiche pictor in Sagano 1509. — Der 1518 in Görlitz Bürger gewordene Maler Caspar Wittich nahm um 1530 seinen Wohnsitz in Sagan. (Vgl. die Maler von Görlitz im 52. Bande des N. Laus. Magazins.)[145] — Die Decken der Stiftsbibliothek sind al fresco von einem Maler Neunherz 1736 gemalt. (Büsching, a. a. O., S. 122.)
Strehlen (Regb. Breslau). Den Steinmetzmeistern Stephan und Georg von Strehlen wird 1405 die Behauung der Steine „zum obersten Werke“ an der Nicolaikirche zu Brieg verdingt, pro Elle 3 Groschen weniger 2 Heller. (Brieg. Stadtb. I, 121.) — 1383 bekennen die Rathmanne von Strehlen vor denen von Schweidnitz, daß Hensil Friberg, Seigermeister daselbst, ihnen verkauft habe einen Seiger nebst allem Zubehör, wie Glocke etc. Diesen soll er nach Strehlen zu schicken und einzurichten veranlaßt werden, auch „waz die czwee iar deme seiger abegeet, daz sol er fulkomen ferrechin.“ (Schweidn. Stadtb. I, 102.)
VII. Schlesische Klöster.
Leubus (1175 gegründet). Die noch vor 1300 vollendete Klosterkirche mag von dem Bruder Fridericus magister operis monasterii Lubensis, welcher 1307 genannt wird, herrühren. (Abhandl. d. Ges. f. vaterl. Kultur, Arch. Sect. 1870.) Im 17. u. 18. Jahrh. arbeiteten in Leubus die Maler Willmann, „der schlesische Apelles,“[146] Anton Scheffler (auch an der Lorettokirche des Prager Hradschin und dem Breslauer Universitätsgebäude beschäftigt) und Philipp Christian Benton, welcher die Fresken der Kirche in Städtel Leubus malte und auch 1746 für den Abt der Prämonstratenser zu St. Vincenz in Breslau Arbeiten übernahm. (Zeitschr. X, 142.)
Trebnitz (gegründet von Herzog Heinrich I. 1203 auf Anliegen seiner Gemahlin, der h. Hedwig). Muthmaßlicher Baumeister der Klosterkirche ist der in Urkunden von 1208 u. 1218 erwähnte Laie magister Jacobus lapicida (Zeitschr. IX, S. 308.) Der im Kloster befindliche Grabstein des Herzogs Konrad II. von Oels († 1403)[147], ohne jedes Bildwerk, nur mit einer Randinschrift, war 1409 dem Maurermeister Heinrich Frankenstein verdingt worden. (Zeitschr. X, 132.)
Grüssau (1292 erbaut und mit Cisterziensern besetzt; nach Knie, am angeführten Ort, S. 188)[148]. Luchs, bildende Künstler, S. 25, erwähnt aus einem Briefe des Provinzialarchivs (ohne nähere Angabe) d. d. Breslau, 1562 am Pfingstmontage, an den Herzog von Brieg einen Meister Christoph den Walen, Meurer, der nach Grüssau gehen muß.
1692 legte der Abt Rosa den Grundstein zur Josephskirche, welche Michael Willmann mit Fresken ausschmückte. (Büsching, a. a. O., S. 356 ff.) Dieselbe Quelle nennt noch Gemälde der Klosterkirche von Jacob Köbel, Brandel, Scheffler.
Heinrichau (Tochterkloster von Leubus, gegründet 1222, eingeweiht 1227. Stenzel, schles. Gesch., S. 36 ff.). Das Fundationsbuch (ediert von Stenzel 1854) nennt 1304 und 1309 (S. 205. 105) den Bruder Winandus magister operis. Auch wird in einer, allerdings für unecht erklärten, aber doch noch aus dem 13. Jahrh. stammenden Urkunde von 1234 (Schles. Regesten, Nr. 433) gesagt, Herzog Heinrich habe auf Bitten des obigen Steinmetzen Jacob dem Kloster Trebnitz 200 Hufen eines Waldes bei Heinrichau geschenkt, von denen Winand die Hälfte besitzen solle; vielleicht steht dieser zu dem Baumeister W. irgendwie in Beziehungen. — Büsching a. a. O., S. 417 ff. nennt in einer dort abgedruckten Urkunde von 1325 einen Abt Wynandus von Heinrichau und unter den Zeugen einen zweiten magister operis Johannes nebst einem Winand furnarius (Bäcker). — Bei Stenzel a. a. O., S. 166, wird zum Jahre 1263 ein Johannes aurifaber angeführt. — Das zweite Schweidnitzer Schöppenbuch erwähnt 1407, ohne jede Namensbestimmung, einen moler von Heynrichau. Möglicherweise ist es der im Schweidn. Steuerregister vermerkte Jocob moler, Czinkewicz (ein zu Kloster H. gehöriges Dorf) genannt. — Auch in H. hat Willmann nach Büsching, S. 415 ff., gemalt. — Die schlesischen Provinzialblätter von 1865 thun ohne jegliche Begründung eines elfenbeinernen Cruxifixes in einer Seitenkapelle der Klosterkirche Erwähnung, das von Benvenuto Cellini herstammen soll (!).
Rauden. (Die Stiftungsurkunde datiert von 1258, cf. Regesten, 2. Bd., S. 13.) Das ehemalige Gebäude gehörte dem Uebergangsstile an, wovon noch Spuren vorhanden sein sollen; das jetzt stehende wurde 1671 errichtet. Der Architekt Melchior Werner aus Neiße baute es und erhielt außer Beköstigung 3 Symbol: Reichstaler pro Woche und 3 Achtel Bier, der Parlier außer Kost 2 Symbol: Reichstaler , jeder Maurer 10, jeder Handlanger 4 Sgr. und Station. (Potthast, Rauden, S. 84.) — 1775 malt Sebastiani den großen Speisesaal (ebd. 119. 137), auch die Pfarrkirche wie anderes in dem Städtchen Ober-Glogau. (ebd. 137.) — 1718, resp. 1767, sind in Rauden zur Herstellung von Gemälden und Porträten engagiert der Maler Sedleczky und der akademische Künstler’ J. H. Deppé (ebd. 262.)