Walstatt (1707–23 gebaut). Das Hochaltarbild stammt von de Baker, Maler des Fürstbischofs Franz Ludwig, Pfalzgrafen bei Rhein, und stellt dar die Auffindung der Leiche Herzog Heinrichs des Frommen auf dem Schlachtfelde. (Büsching, a. a. O., S. 69.) Für dieselbe Klosterkirche arbeiteten der Maler Brandel (cf. Grüssau) und der Bildhauer Hiernle aus Böhmen. (ebd. S. 70.)
Hiemit seien nun diese „Beiträge“ einstweilen abgeschlossen. Sofern sich mir wieder Gelegenheit bieten sollte, ein städtisches Archiv der Provinz nach dieser Richtung hin untersuchen zu können, sollen die Resultate davon an gleicher Stelle ihren Platz finden. Aus Liegnitz und Görlitz hoffe ich demnächst noch Aufschlüsse über die Renaissanceperiode zu gewinnen.
Brieg.
Dr. Ewald Wernicke.
Fußnoten:[124] Nach Kastner’s Neißer Geschichtsfreund I, 1 wurde am 7. oder 12. Juli 1198 die neue aus Stein erbaute Jacobskirche eingeweiht vom Bischof Jaroslaw († 1201); diese Nachricht ist aber nach den Regesten z. schles. Gesch. S. 45 unsicher. 1267–68 erwähnen die Regesten die Pfarrer Golinus und Peregrin von Neiße.[125] Diese und folgende Angaben beruhen auf Autopsie des Einsenders, welcher von den Oertlichkeiten im Herbst vorigen Jahres Kenntniß nahm.[126] Im untersten Stock, unter dem großen Thurmfenster erblickt man 2 Wappenschilder mit Hausmarken, welche den betreffenden Kirchenvätern angehören mögen.[127] von Turzo, regierte 1506–20, verwandt mit den aus Ungarn stammenden schlesischen Grafen Henkel-Donnersmark. Die im 18. Jahrh. angefertigte Tumba des Bischofs mit seiner rothbraun in Oel angestrichenen Originalfigur im Breslauer Dome ist in Luchs’ Fürstenbildern auf Tafel 5 abgebildet. Derselbe Kirchenfürst errichtete 1509 das Schloß Johannisberg oberhalb Jauernick in Oestr. Schlesien, dessen wohl erhaltener Ueberrest bereits die Formen der Antike nachahmt.[128] Im Umgange derselben auf der Rückseite des Hauptaltares ist senkrecht eingemauert der figurierte Grabstein des Bischofs Wenzel, Herzogs von Liegnitz (1382–1417), abgebildet bei Luchs, a. a. O. Taf. 2.[129] Die Großmutter Christi, Anna.[130] cieplo, (poln.) warm, woda Wasser, N. W. 7/4 M. von Münsterberg; wahrscheinlich hat es seinen Namen von ehemals dort vorhandenen warmen Quellen.[131] Ueber Holztafelbilder und Schnitzereien des Mittelalters in der Jacobskirche gibt Luchs in Schlesiens Vorzeit, a. a. O. Notizen.[132] Im Nekrolog des Klosters (abgedruckt in der Zeitschr. f. Gesch. Schles. IV, S. 300) erscheint auch sein Name.[133] Seine Buchdruckerei übernahm um 1630 ein gew. Gründer aus Görlitz; dieselbe lag auf der Milchstrasse in der Gegend des heutigen Theatergebäudes. Eines der ersten gedruckten Werke in Brieg soll eine italienische Grammatik gewesen sein, in Rücksicht vielleicht auf die am Hofe geläufige Sprache und die daselbst im 16. Jahrh. bestehende Künstlercolonie. Die Leichen-Conducte der Brieger Herzoge druckte 1664 Christoph Tschorn; die Beschreibung Schlesiens von Zimmermann 1789 Joh. Ernst Tramp.[134] Der Contract, nach welchem der kunstreiche Maler B. Scherschmidt 1568 die Zifferblätter der Brieger Stadtuhr mit Wappen und Zierrathen für 90 Symbol: Reichstaler , 6 Sch. Korn, 1 Achtel Bier und 2 Eichen aus dem Stadtwalde anfertigen sollte, ist Weißbuch 264 a verzeichnet. — Der Uhrmacher Leonhard Buchleiter stellte das Werk selbst her.[135] Von dort aus erfolgten Gegenbestrebungen der deutschen Maurer gegen die italienischen Architekten zu Brieg (cf. Luchs, Bildende Künstler, S. 16 ff.[136] Kreis Brieg.[137] Ein Geburtsbrief der Brieger Bauhandwerkerlade hat auf dem Wachssiegel (16. Jahrh.?) im Wappenschilde Winkelmaß, Hammer und Kelle mit der Umschrift: Sigl der Meier in Jegerndorf.[138] Büsching erwähnt in seiner Geschäftsreise, S. 111, am Eingange der Pfarrkirche ein altes Bild, aus Holz geschnitten, 1509, Bonaventura. Auch aus der Umgegend von Freistadt werden Malereien, resp. Schnitzbilder, namhaft gemacht in den Dorfkirchen von Herzogswalde, Streidelsdorf, Weichau, Großenbohrau (Schles. Vorz. 28. Ber.); in Milkau bei Freistadt stehen zwei Altarschreine (Vicariatsacten).[139] Ein Goldschmied Georg von Glogau und sein Sohn Vincenz kommen in Görlitzer Urkunden von 1395–1476 vor.[140] Die Hirschberger Umgegend besitzt ansehnliche Ueberreste der mittelalterlichen Malerei in den Kirchen von Schildau, Buchwald, Arnsdorf, Kaiserswaldau und Wandmalereien in Schmiedeberg.[141] Er starb 1536 und wurde in der Frankensteiner Pfarrkirche vor dem Hochaltare beigesetzt; sein Grabmal, abgebildet in Luchs’ Fürstenbilder; Tf. 22, verfertigte Ulricus statuarius lapicida aus Sagan, der sich daran nennt; ein eisernes Gitter darum arbeitete Meister Hubrich von Frankenstein (ebd.)[142] Auch in Görlitz war ehemals eine künstliche Uhr am Rathsthurme angebracht, welche einen Löwen brüllen ließ.[143] Nachträglich hat sich noch ergeben, daß Meister Bernhard bereits 1560 auf der Burggasse in Brieg bei dem alten Marstalle des Herzogs ansäßig gewesen; die Br. Mittelsprivilegien, in denen ich dies gefunden, nennen ihn f. 375 b: „Bernhart Wolcken den Walhen.“[144] Flügelaltäre von 1506 und 1613 haben sich erhalten in Güttmannsdorf und Olbersdorf bei Reichenbach. (Vic. Acten.)[145] Schnitzaltäre finden sich in der Kreuzkirche und im Dorotheenhospital zu Sagan; zwei in Hirschfeldau, je einer in Wittgendorf und Eckersdorf; auch die Umgegend von Sprottau ist reich an solchen Denkmälern, so in Metschlau drei Klappaltäre, je einer in Giesmannsdorf und Ottendorf. (ebenda.)[146] Ueber ihn und die folgenden Maler gibt nähere Auskunft Knoblich in seiner Monographie über ihn und Luchs in den „Bildenden Künstlern.“[147] Die richtige Jahrzahl hat Grotefend in den Stammtafeln der schles. Fürsten bis 1740.[148] Als Einsiedelei (heremus) Grissobor bereits 1240 genannt und Benedictinern überwiesen. (Regesten I, 205.)
Berichtigung.
Im „Wirtembergischen Urkundenbuch“ III, p. 52. beschreibt von Kausler zwei Siegel an der Kloster Kaisheimer Urkunde vom Jahre 1216 im kgl. Reichsarchive zu München, wie folgt:
„2) prepositus de Steine (sic!). Siegel rund, darauf ein Lamm mit Kreuz oder Fahne. Umschrift nicht deutlich... 5) prepositus de Cella. Länglichrundes Siegel, Figur: Phönix mit ausgebreiteten Flügeln. Umschrift: ✠ Memento mei.“
Da diese Beschreibung theilweise unrichtig ist, theile ich hier diplomatisch getreue Abbildungen der beiden Originale mit.
Das Siegel des „prepositus de Steine“ zeigt das Lamm Gottes mit dem Kreuze, und dessen Legende lautet: „✠ Agnus dei.“