Fig. 7 zeigt ein schlankes Kelchglas, aus dessen lichtblauer Cupa wol auch ehemals Schaumwein genossen wurde, während Fig. 8 wiederum, wol eigens für die biertrinkende nordische Welt gefertigt, den schroffsten Gegensatz zur Eleganz des vorstehenden Stückes zeigt.
Nürnberg.
A. Essenwein.
Nachträge zum Doppeladler.
[202]
I.
In den „Blättern für Münzfreunde, Beilage zum numismatischen Verkehr“, VIII. Jahrg., Januar 1872, Nr. 29, theilt Gersdorf aus Taf. XXVIII unter Nr. 8 den hier abgebildeten Doppeladler mit.
Thüringisch-meissnischer Doppeladler
Diese Münze ist ein thüringisch-meißnischer Brakteat aus dem 13. Jahrh. Der Doppeladler soll aber hier, nach Gersdorf, nur aus dem Grunde entstanden sein, weil die zahlreichen Verschiedenheiten in den Vorstellungen und Stempeln der Brakteaten durch den Umstand geboten waren, „daß diese nur ein Jahr volle Geltung hatten und gegen das Ende jedes Umlaufsjahres an die Münzmeister umgetauscht werden mußten“.
Um nun diese Verschiedenheit zu erzielen, stellte man bisweilen auf diesen Münzen die Löwen und Adler zweimal dar, mit dem Rücken gegeneinander, mitunter mit nach rückwärts gegeneinander stehenden Köpfen[203], und den Adler auch monogrammatisch zusammengeschoben, wie auf unserer Abbildung.
Hier hätten wir also einen Doppeladler ohne alle weitere heraldische Bedeutung vor uns, was, die Richtigkeit der angeführten Behauptung vorausgesetzt, auch auf die Erklärung mancher, bisher räthselhafter sphragistischer und heraldischer Doppeladler aus dem Mittelalter Einfluß haben könnte.