Küche. 1 Tischchen, 1 grün angestrichener Stuhl, 1 Fußschemel, 1 Schränkchen, 8 hölzerne Schüssel- und Tellerrahmen, 1 niedriges Wandbänkchen, 2 hölzerne Repositorien, 7 silberne Eßlöffel, 2 silberne Dessertlöffel, 1 großer silberner Löffel mit Elfenbeingriff, 8 silberne Gabeln, 3 silberne Messer, 28 große zinnerne Platten und Schüsseln von zweierlei Größe, 21 kleinere zinnerne Platten und Schüsseln, 5 zinnerne Schüsselchen, 21 größere zinnerne Teller, 10 kleinere zinnerne Teller, 13 zinnerne Tellerchen, 1 zinnerne Salzbüchse, 4 zinnerne Backmodel, 1 zinnerne Gewürzbüchse mit Schubdeckel, 1 zinnernes Salzfäßchen, 1 zinnernes Kehrichtfaß mit hölzerner Schaufel, 1 zinnerner Trichter mit Stiel, 1 kupferner Brodkessel auf dreibeinigem, grünem Stuhle, 1 kupferne Wasserbutte mit Deckel, 2 kupferne Stützen mit Deckel, 1 kupferne Stütze ohne Deckel, 1 kupferner Kübel mit Deckel, 1 kupferner Kessel mit 3 Füßen, 1 kupferner Kessel zum Hängen mit einem Hahne am Boden, 1 kupferner Kessel mit Deckel, 1 kupferner Tiegel mit Deckel, 6 kupferne Kuchenformen, 1 kupferner Seiher, 1 kupferner Milchkrug, 2 kupferne viereckige Pfannen, 3 kupferne Deckel, 8 runde messingene Pfannen, 6 messingene Backformen, 2 messingene Kuchenplatten, 2 messingene Mörser, 3 messingene Schüsseln, 1 messingenes Löffelblech, 3 messingene Deckel, 1 messingener Löffel, 1 messingener Bratenwender mit 3 Spießen und einem Uhrwerke, nebst einem das letztere umschließenden hölzernen Kästchen, auf dessen eine Seite eine Köchin mit dem Bratspieße in der Hand gemalt ist, 7 Messinggewichte und 1 Bleigewicht, 2 messingene Lichtputzscheeren, 1 messingene Backschaufel, 3 messingene Backrädchen, 2 blecherne Seiher, 3 blecherne Becher, 1 großes blechernes Reib eisen, 1 Gewürzreibeisen, 1 Löffelblech mit 4 verzinnten Löffeln, 1 Blechbüchse mit Stahl, Feuerstein und Zunder, 1 blecherner Model für Marzipan, 1 verzinnte Schmalzschaufel, 1 blecherne Schaufel, 3 eiserne Schaufeln, 3 eiserne Dreifüße, 1 eiserner Rost, 1 eiserner Bock, 1 eisernes Backblech, 1 eiserne Pfanne, 1 eiserner Bratenwender mit 3 Spießen, 1 eiserne Feuerzange, 1 blecherner, durchlöcherter Löffel, 1 Kettennetz, 1 eiserner Rost, 1 eiserne Tranchiergabel, 1 Messer mit Perlmuttergriff, 1 Messer in ledernem Futterale, 19 Stück thönerne glasierte Häfen, Schüsselchen und Backformen, 1 dreibeiniger Hackstock mit Hackmesser und Holzschlägel, 1 Hackbrett mit Hackmesser, 1 Blasbalg, 1 geflochtener Feuerfächer, 1 Mühle, 1 Holzschlägel, 1 Nudelbrett, 1 Nudelholz, 1 Holzplatte, 3 hölzerne Straubenspritzen, 2 hölzerne Erbsenpresser, 3 hölzerne Kochlöffel, 2 hölzerne Schreibtafeln mit Malereien, 1 Holzschaufel, 1 Holzschlägel, 1 Körbchen, 1 Lichterkörbchen, 3 Pinsel, 2 gestrickte Säcke, 5 Handtücher, 4 Küchentücher.
Vorplatz des II. Stockes. 1 großer eichener, geschnitzter Schrank mit Flügelthüren und einer großen und zwei kleinen Schubladen, enthaltend 7 Stück Leinwand, 4 Betttücher, 3 gestrickte Aermelhandschuhe, 1 Paar gestrickte Strümpfe, 3 Tischtücher, 4 Handtücher, 1 Häubchen, 1 gestickten Muff, 1 doppeltes und 1 einfaches Augenglas; 1 kleinerer geschnitzter, eichener Wäscheschrank mit Flügelthüren und 2 Schubladen, enthaltend 6 Pack Kinderwäsche, 3 mit Spitzen besetzte weiße Halsbinden; 1 Spinett mit Stimmschlüssel, 1 dreistufiger, hölzerner Tritt, 3 Oelgemälde in schwarz und goldenen Rahmen: eine Madonna, eine weibliche Figur, den Neid, und eine ebensolche, die Mäßigkeit darstellend, 1 hölzerne Schachtel mit 6 blaubemalten Fayencetassen, 1 hölzerne Schachtel mit 2 beinernen Kugeln und 5 Kegeln, 3 messingene Wandleuchter.
Schlafzimmer. 1 geschnitzte, eichene Himmelbettstatt mit, blauseidenen Vorhängen, enthaltend 1 Unterbett, 1 Kopfpolster, 1 Bettuch, 2 Kopfkissen und 1 Deckbett mit gestickten Einsätzen und eine Bettdecke mit Spitzenein- und -besatz; 1 geschnitzte eichene, zwischen zwei Säulen hängende Wiege mit 1 Unterbett, 1 Betttuch, 1 Kopfkissen und 1 Deckbett mit Spitzeneinsatz, sowie 1 Bettdecke mit Spitzenbesatz; 1 eichener Kasten mit drei Schubladen, enthaltend 5 Hemden, 1 Schurz und ein Röckchen, sämmtlich aus Battist, 10 Lätzchen von Battist und Leinen und 4 leinene Bündchen; 1 eichenes, geschnitztes Schränkchen mit staffelförmigem Aufsatze, 1 Waschschränkchen mit zinnernem Wasserbehälter, 4 Zinnschüsseln und 1 Zinnkrug; 3 eichene Stühle mit Polsterkissen, 1 vierbeiniger, gepolsterter Stuhl ohne Lehne, sogen. Hocker, 1 Nachtstuhl mit irdenem Topf, 1 sechstheilige spanische Wand, mit goldgepreßtem, rothem Papiere vom Anfange des 18. Jahrh. überzogen, 3 Landschaften darstellende Oelgemälde mit schwarz und goldenen Rahmen, 1 Crucifix, 1 Sanduhr, 1 leeres Buch, 1 Gebetbuch (Ein kurzes andächtiges Betbüchlein, Nürnberg, Christoph Endter, 1663), 4 Trinkgläser, 1 Partie Puppengeschirr, 1 messingene Räucherpfanne mit Gestell, 1 kupferne Räucherpfanne, 2 gestickte Kammtaschen mit je 1 weißen, beinernen Kamm, die eine auch mit einem Staubpinsel versehen, 1 Vogelhaus mit Papagei, 1 zinnerner Nachttopf.
Prunkzimmer. 1 großer eichener Tisch mit 4 gedrehten Füßen, 1 eichenes Sopha mit blauseidenem Polster und Kissen, 1 Lehnsessel mit schwarzem Sammtüberzug, 2 Sessel mit hoher Lehne, 5 Landschaften darstellende Oelgemälde in schwarz und goldenen Rahmen, 2 Porträte (Oelgemälde) in ovalen rothen Rahmen, 1 Spiegel mit gesticktem Rahmen, 1 sechsarmiger, messingener Kronleuchter, 1 blauseidene Tischdecke mit Goldspitzen, 1 Molltischdecke mit Spitzenbesatz, 1 Zinnvase mit Blumen, 1 ovale, silberne, getriebene Platte, 1 goldener Pokal, 2 goldene Becher, 1 silberne, getriebene Büchse, 2 silberne, emaillierte Büchschen, 1 silberner Leuchter von Filigran, 1 silberner Krebs, 1 silbernes Bisambüchschen.
Nürnberg.
Hans Bösch.
Fußnote:[317] Paul von Stetten d. j. sagt in seinen „Erläuterungen der in Kupfer gestochenen Vorstellungen aus der Geschichte der Reichsstadt Augsburg“ (Augsb. 1765) S. 163: „Bey der Erziehung der Mädgen muß ich der Spiehl-Sachen gedenken, mit welchen manche spiehlten biß sie Bräute wurden, nehmlich der sogenannten Docken-Häuser. Darinn war alles was zu einem Hause und einer Haußhaltung gehörte, im kleinen vorgestellt, und manche trieben dabey die Ueppigkeit so weit, daß ein solches Spiehl-Werk gegen 1000. Gulden und mehr zu stehen kam.“
Briefwechsel des Magistrats Nürnberg mit dem Magistrat Dinkelsbühl wegen einer in Nürnberg zu errichtenden milden Stiftung.
[318]
Den ersamen und wysen Burgermaister und Rate der Statt Dinckelspuhel unnsern besonnder lieben frunden.
Unnser f. w. D. bevor Ersamen und wysen besunder Lieben frunde Auff anregung unnsers allergnedigisten herrn des Ro. Kaysers unnd etlicher ander andechtigen personen sein wir vorhabenns willens jnn unnser Statt zu lobe unnd ere dem hailigisten hochwirdigsten sacrament des lichnam unnsers seligmachers ain stifftung zethun nemlich etlich schüller zu ordnen die jnn jrem habit mit geburlichem lobgesanng dem selben sacrament, so das ye zu zeitten Krancken Christenmenschen zugetragen wirdet, vorgeen sollen. Nach dem nun solliche stifftung by unns bisher nit gewest ist, wir auch nit versteen, ob wir zu auffrichtung derselben ainicher sonndern gunst und verhengknus der gaistlichen oberkait zu erlanngen notturfftig sein, oder ob wir das one die selben zuthuͦnd haben, unnd wir bericht das derglichen stifftung unnd ordnung by uch lanng zeit geübt sind: so bitten wir euch mit besonnderm vlis fruntlich jr wellennd unns durch ewer schrifft aigentlich berichten unnd zu erkennen geben, wie unnd wellichermaß solliche stifftung unnd ordnung by uch furgenomen erlangt gestifftet unnd aufgerichtet unnd ob sollichs mit oder one gunst unnd verwilligung der gaistlichen oberkait, oder jemand anders bescheen sy, unns darnach megen gerichten unnd unns des nit verzeihen[319] noch euch das befilhen[320] lassen Steet unns umb uch mit willen zuverdienen. Geben am mitwoch nach dem sontag Jubilate anno etc. LXXV to. ( 1475 )