Burgermaister und Rate zu Nurmberg.
Fursichtigen Ersamen unnd wysen unnser fruntlich willig dienst... Uff ewer schrifftlich begern von wegen der ordnung so man hie jnn dem tragen des hochwirdigesten sacramentz des lichnam Christi zu thun pflicht[321], wollennd vernemen das vor etlichen jaren ettlich andächtig from lüt fur unns komend sind habenn unns ain ordnung, so sy mainten jnn dem tragen des hailigen sacramentz loblich were, furgehalten; die selb ordnung unns auch gefallen hat und ist darnach mit verwilligung unnsers herrn des pfarrers hie angefanngen unnd bißher dem fronlichnam Christi zu lobe unnd ere beliben unnd geübt, also ain yeder priester, der den fronlichnam Cristj krancken kristgloubigen menschen zutregt, gat jnn seinem habit namlich angetanem Korrock unnd an unnd furgezogner cappenn mit ainem cappenzippfel hinden am rugken hinab gehenkt unnd sein geordiniert vier schüler mit vier fenlin unnd vier laternen die jnn jrem habit glich dem briester dem hailigen sacrament vorgeen mit dem lobgesanng wie sich gepurt; den selben schulern geit[322] man darvon zu lonn namlich jr yedem ain quatemper zway pfunnd der werung hie unnd so man also mit dem sacrament zugeen pfligt man ain glogken zu leuten derhalben die schuler unnd ander from andechtig leut die mitgeen des loblichen Sacramentz applas jrer sunden begern zu erholen sich darczu zefügen wissen. Aber wir haben sollicher ordnung halben nit besonnder bestettigung oder verwilligung von der gaistlichen oberkait sonnder die nit anderst herbracht dann wie obgelaut ist. Got der allmechtig wöll das die dem hailigen Sacrament zu ere unnd wird also lanngwirig blib. Sollichs alles wolten wir nit verhalten ewer fursichtigen wisshait, der wir willig sein annain[323] dienst unnd gefallen zu bewysen. Datum sambstag vorm sontag Cantate anno etc. LXXV to.
B. u. R. zu D(inckelspuhel).
Dinkelsbühl.
Georg Schepß.
Fußnoten:[318] Abschrift aus einem Kopialbuch (Bl. 57 f.) des durch Herrn Dr. Ludwig Müller (nun Bibliothekar in Straßburg) in anerkennenswerther Weise geordneten Dinkelsbühler Stadtarchivs.[319] versagen, verweigern.[320] zu viel, lästig werden.[321] pflegt.[322] gibt.[323] Wol annäm, d. i. angenehm, zu lesen. Dr. Fr.
König Günther bestätigt dem Edeln Konrad von Trimberg das von seinem nächsten Vorfahren, Kaiser Ludwig, gewährte Ungeld zu Gelnhausen.
[324]
Frankfurt 1349, Februar 16.
Wir Gunther von gotis[325] gnaden Romischer[326] ) kung[327] ze[328] allen ziten[329] merer des riches[330] bekennen offenlich[331] mit disem briefe,[332] daz wir sulche briefe, di e der edele.. Cunrad her zuͤ Trimperg, unser lieber getruwer, hat von keiser Luͦdewige, unserm nehsten vorfarn,[333] dem got[334] gnade, vor[335] hundert marg silbers[336] vor drizzig marg[337] geldes und vor thusent phunt Haller[338] bestetigen und vornuͦwen,[339] also daz[340] er inne sal haben daz ungelt.. zuͦ Geilnhusen[341] und nicht abe zuͦ slahen, alse lange biz wir odir unse nachkomelinge[342] an dem riche iz von ym[343] gelosen, als sine offine briefe[344] besagen; und gebiten wir ouch dem rate[345] und der stad gemeinlich zuͦ Geilnhusen bi e des riches hulden,[346] daz si e yn daran nicht[347] enhindern, und geben des zuͦ orkunde disen brief[348] mit unserm kunglichen insigel,[349] der geschriben[350] ist zuͦ.. Frankenfort[351] nach Cristi geburten drizenhundert jar[352] in dem nun und virtzigisten[353] jare an mantage[354] nach Valentini in dem ersten jare unsers riches[355].
Urschrift auf Pergament mit dem an Pergamentstreifen hangenden, 103 mm. im Durchmesser haltenden Majestätssiegel B. 15, 1. 30 im gräfl. Haupt-Archiv zu Wernigerode. Von außerhalb eine ziemlich gleichzeitige Aufschrift: Kuͦnc guͦnhers brif bistetigit kesir ludiwigis brife.