Dr. Ewald Wernicke.
Fußnoten:[362] Die älteste bekannte Erwähnung der Bruderschaft 1370 im Schw. Landbuch B. f. 38; in ihren Händen befand sich der älteste Ablaßbrief der Kirche d. d. Reate 1288. Die Neuconstituierung erfolgte nach den Eingangsworten ihrer Statuten nach den Hussitenkämpfen. Ihre alte Matrikel wird im Schw. Rathsarchiv aufbewahrt; sie gleicht in der äußern Form ganz dem a. a. O. beschriebenen Kircheninventar und führt unter den Personen, für welche Anniversarien zu halten, u. a. an den Kardinal Spigneus von Krakau, die Bischöfe Peter und Jodocus von Breslau, die Schw. Pfarrer Franz Ziegenbein und Dr. Caspar Weigel.[363] 1468–71. Landeshauptmann der Fürstenthümer Schweidnitz-Jauer (Zeitschr. d. hist. Ver. in Breslau, XII, 50.)[364] Der ihr geweihte, desolate Flügelaltar von 1492 enthält im Schrein die kunstreich geschnitzte Darstellung ihres Todes; er wurde 1588 von dem Maler Pantaleon Beuchel nach noch vorhandener Instruction renoviert. cf. Schles. Vorzeit, 21. Ber., S. 189 ff.[365] Ein Altar derselben bestand seit etwa 1413 in der südlichen Thurmhalle.[366] Ein Kunstschlosser dieses Namens arbeitete 1591 das prächtige Gitter um die Taufkapelle (s. m. Baugeschichte der Kirche S. 24 ff.).[367] Der Bericht des Präcentors Müssiggang erwähnt S. 110 zum Jahre 1490 die Anschaffung zweier brokatener Meßgewänder für 186 G. mit den aus Perlen gestickten Bildnissen der Kirchenpatrone und der heiligen Jungfrau.[368] Bericht des Vorstehers im Pf.-A.: „Nachdem die feindliche Armee, 18,000 Mann stark, herfür gebrochen, nach Erstürmung der Festung Glogau auch diese Stadt attaquiret und nach zweitägiger Beschießung durch grobe Stücke, Granaten und Feuereinwerfung dermaßen beängstiget, daß sie sie (1642) den 3. Juni früh 8 Uhr einbekommen etc.“[369] Dazu gehörte ein Schleier von Flor über das Altärlein von indischem Holz, worin die Statue stand, gestiftet von Frau Ostin.[370] cfr. Zeitschrift f. Gesch. Schlesiens XIV, S. 9. ff.
(Mit einer Beilage.)
Verantwortliche Redaction: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei U. E. Sebald in Nürnberg.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1879.
Nº 9.
September.