2.

Hanns Herrgot bekennt, das er sich gegen maister Michel Kuder von Wysenstaig bey Vlm gelegen ime das new Testament klain mit figuren zu trucken hernachuolgennder gestallt verwilligt haben wöll: Nemblich das derselb Michel Kuder im yeczo für papier vnnd allen anndern vncossten, so darüber geen würt, neünczig vnd ain halben guldein an guter müncz bezalen vnnd außrichten soll, wie dann bescheen sey, vnnd der er ine vnnd seine erben für sich vnnd all sein erben ledig vnnd loß sagt, dagegen soll er der Herrgot schuldig sein vierczehen hundert klayne newe teütsche Testament ain yedes mit vierhundert figuren zutrucken, die acht tag vor sanndt Michels tag schieristkünfftig par berait vnnd gefertigt sein sollen vnnd ime dem Kuder dauon der halb tayl nemblich sybenhundert hie in Nürmberg, die vnprüchenlich, sawber vnnd aller ding gefertigt sein, vom Herrgot vngepunden für gedachte sum̅a gelts vnnd nit mer zu bemelter zeit [:v]beranntwurt werden vnd der annder halb tayl ime dem Herrgot als das sein pleyben. Wo er aber das werckh der vierczehnhundert Testament gemelter maßen vnnd zu der zeit wie gehört nit thun vnnd volpringen wurde, daran in doch nichts dann gottes gewalt verhindern soll, so hab bemelter Kuder oder sein erben gut fueg vnd recht das ganncz werckh der vierczehenhundert Testament an ine oder seine Erben zu erfordern, ime auch das von ine on alle widerred vnnd behelff, wie die zuerdenncken weren, bezalt vnnd zugestelt werden sollen, alles als in erclagtem, eruolgtem vnd unuernewtem rechten alle arglist vnnd geuerde hierinn ganncz außgeschlossen in pester form, wie dann vilbenanter maister Michel Kuder sollichs auch angenomen vnnd dermaßen bekannt hat. Actum in judicio rusticorum ut supra (2. post Margrethe 16. July 1526).

3.

Michel Kuder von Wissenstaig bey Vlm gelegen bekennt, das Hanns Herrgot puchtrucker ime die sybenhundert newe Testament, so er ime in laut aines vertrags hieuor am 77 plat in disem puch eingeschryben, angedingt, zu der zeit, wie das geding im selben vertrag verlaut, zu seinem guten völligen bebenüegen zugestelt vnd also dem gannczem innhalt des yeczuermelten vertrags volg vnd gnug gethon hab. Demnach er für sich vnd sein erben ine den Herrgot vnnd all sein erben vmb dasselb alles in pester form ledig vnnd loß sagt. Testes Herr Sebolt Horneckh doctor vnnd Leonhart von Ploben. Actum 3 a post Lucie 18. December 1526.

Meißen.

W. Loose.

Fußnote:[380] abermals, wiederum.[381] gänzlich.[382] nichts.

Revers über eine Rasur in einer Urkunde.

Albrecht von Hohenlohe bekundet, daß die von gleicher Hand wie die übrige Urkunde überschriebene Rasur in zwei Zeilen in dem Revers, den er seiner Schwester Margaretha von Brauneck, Burggräfin von Magdeburg, über deren Verschreibung ihrer Herrschaft und Leute an ihn und seine Erben ausgestellt hat, mit seinem Wissen und ohne böse Absicht geschehen sei und der Verschreibung nicht nachtheilig sein solle.

25. März 1422.