weiß nicht, was das Ergebnis dieses erhabenen Streites war. Nur sehe ich noch aufrecht auf einem von Wasser umspülten Gipfel ein von ihnen verlassenes Weib, das mit aufgelöstem Haar schreit und sich gegen den Tod wehrt. Ihre Klagerufe übertönten den Lärm der Wasser . . . . Wurde sie gerettet? Ich weiß es nicht. Die Götter, ihre Brüder, hatten sie verdammt, aber über ihrem Haupt glänzte der Abendstern, der seine Flammenstrahlen über ihre Stirn ergoß.
Die unterbrochene Hymne der Erde und der Himmel hallte harmonisch wieder, um die Eintracht der neuen Geschlechter zu weihen. Und während die Söhne Noahs mühsam unter den Strahlen einer neuen Sonne arbeiteten, bewachten die in ihren unterirdischen Gewölben kauernden Nekromanten
immer noch ihre Schätze und gefielen sich in dem Schweigen der Nacht. Hie und da kamen sie schüchtern aus ihren Zufluchtsstätten und erschreckten die Lebenden oder verbreiteten unter den Bösen die verderblichen Lehren ihres Wissens.
Das sind die Erinnerungen, die ich in einer Art unklarer Intuition der Vergangenheit schilderte: ich schauderte, indem ich die scheußlichen Züge dieser verfluchten Geschlechter darstellte. Überall starb, weinte oder seufzte das Leidensbild der »Ewigen Mutter«. Quer durch die wirren Zivilisationen Asiens und Afrikas sah man eine blutige Szene von Orgien und Gemetzel sich stets wiederholen, die von denselben Geistern in immer neuen Formen hervorgebracht wurden.
Die letzte fand in Granada statt, wo der geheiligte Talisman unter den feindlichen Körpern der Christen und der Mauren zertrümmert wurde. Wieviel Jahre wird die Welt noch zu leiden haben, denn die Rache dieser ewigen Feinde muß sich unter andern Himmeln erneuern! Das sind die abgeteilten Stücke der Schlange, die den Erdkreis umgibt . . . . . Das Eisen hat sie getrennt und sie vereinigen sich in einem scheußlichen, mit Menschenblut verklebten Kuß. —