Nachtfee
Es freut mich der Besuch des gestrengen Herrn.
Ich habe zwar seine Arbeit nicht gern;
Doch ist sie wohl zu manchem gut,
Vornehmlich gegen den Übermut.
Bitte, nehmen Sie Platz, dort ist Ihr Sitz,
Neben dem Donnermann und der Base Blitz.
Ich glaube, zu unserer großen Freude
Ist Ihre liebe Schwester schon nah,
Frau Holle ...
(Frau Holle kommt in einem Wirbel von Flocken herein. Sie sieht aus wie ein großes, weißes Bett; hat ein gutmütiges, gerötetes Gesicht unter schlohweißem Haar und unter jedem Arm ein Bettkissen, aus dem, wenn sie darauf drückt, Flockenkaskaden aufsprühen.)
Frau Holle
(verneigt sich)
Frau Holle ist da! Frau Holle ist da!
Hab’s beinah’ verschlafen, ja ja, ja ja!
Halte schon meine Sommerruhe
Im hohen Norden. Meine Bettentruhe
Ist sorgsam vor der Sonne verschlossen;
Sie hat impertinent mit Strahlen geschossen;
Ich mußte tief ins Eisschloß fliehen,
Um mich nicht zu verbrühen, ja ja, zu verbrühen.
Hab’ geschlafen, wie sieben Murmeltiere, –
Weckt ein Sternchen mich und brachte mir Ihre
Einladung zu dem großen Empfang; –
Besten Dank, liebe Base, besten Dank, besten Dank!
Nachtfee
Liebe Base Holle, es freut mich sehr.
Ich hoffe, es ward ihnen nicht zu schwer
Das Aufsteh’n, und denke Sie zu entschädigen. –
Bitte, bitte, lassen Sie sich nicht nötigen!
Schlagsahne wird es in Menge geben,
Ich weiß, Sie essen sie gern für ihr Leben.
Frau Holle
O köstlich, köstlich, Schlagsahne auf Eis;
Es gibt nichts Besseres, ich weiß, ich weiß! –
Ein schönes Fest, das muß man sagen;
Da kann man nicht klagen, gewiß nicht klagen.
Als Dank spendier’ ich deinem Feste zum Glanz
Nachher meinen neuen Flockenwirbeltanz.