Nachtfee
Sehr liebenswürdig; ist mir eine Freude!
Bitte, setzen Sie sich an jener Seite!
(Frau Holle setzt sich. Durch die Tür tritt der Eismax. Große, schlanke Gestalt mit spiegelblanker Glatze und grünem, starr aufgebürstetem Schnauzbart. Er trägt ein Monokel. Seine glasgrüne Uniform ist mit silbernen Eisblumen bestickt. Er trägt weiße Lackstiefel mit silbernen Klingsporen. Sein Benehmen ist militärisch. Er schlägt die Sporen zusammen und grüßt.)
Eismax
Jnädigste Nachtfee, melde jehorsamst zur Stelle!
Jereist mit jletscherhafter Schnelle.
Zwar für mich unjewöhnliche Zeit;
Aber doch eisbärenmäßig jefreut!
Wo alle sich zum Empfang einstellen,
Darf Eismax selbstverständlich nich fehlen.
Bitte erjebenst, eines nur:
Etwas jekühlte Temperatur!
Und die Sonne, das jreuliche Weib,
Mir nich so nahe uff ’n Leib.
Kann die Person durchaus nich vertragen,
Krieje Triefaugen und weichen Kragen,
Janzer Anzug schlägt Jammerfalten,
Kann Monokel nich mehr halten.
Sonst vor Frauen stets jute Fijur,
Nur vor Sonne nich ’ne Spur;
Verdirbt mir Laune und jeden Spaß,
Weiß auch jarnich, bin ejal naß.
Unausstehlich! Na, überhaupt,
Denke, daß mir das jeder jlaubt!
Nachtfee
Bitte, Herr Eismax, ich weiß Sie zu schätzen
Und werde Sie kühl und luftig setzen.
Eismax
Danke erjebenst, bin sehr bejlückt,
Habe Eisblumensträußchen jepflückt,
Um anjemessen zu bejrüßen;
Lege jehorsamst zu Ihren Füßen.
(legt den Strauß auf die Thronstufen.)