[11] Anaya ist das, was die Araber Aman, d.h. Sicherheitsbrief, sauf conduit nennen.
[12] Journal Akhbar, Algèr 1858.
[13] Strabo im XVII. Buche, übersetzt v. Venzel: "Sie träufeln sich sorgfältig ihr Haupthaar und ihren Bart, tragen zur Zierde Gold auf den Kleidern, reinigen sich die Zähne, beschneiden die Nägel und selten wird man, wenn sie miteinander spazieren gehen, sehen, dass Einer dem anderen gar zu nahe kommt, aus Furcht die Frisur desselben zu verderben."
[14] Werden in Europa zu diesem Gebrauche verfertigt und von Mogador und anderen Hafenstädten aus importiert.
7. Ueber Reiz- und Nahrungsmittel afrikanischer Völker.
1. Goro- oder Kola-Nuß.
Die Goro- oder Kola-Nuß, cola acuminata R. Br. oder sterculia acuminata Pal., ist eines der verbreitetsten Reizmittel bei den centralafrikanischen Völkern. Diese Nuß, von der Größe einer dicken Kastanie, wächst auf einem staudenartigen Baume, welcher ähnlich dem Kaffeebaume ist. Die Blätter desselben sind gummibaumartig. Man findet diesen Baum oder diese Staude an der ganzen Westküste von Afrika, hauptsächlich auf dem sogenannten Kong-Gebirge, aber nach dem Innern zu scheint dieselbe nicht weit vorgedrungen zu sein; auf dem Gora-Gebirge z.B., einem Gebirgsstock, zwischen Tschad-See, Bénue und Niger gelegen, fehlt die Goro-Staude. Wild wächst sie in einer Oertlichkeit, Namens Gondja. Oestlich von Sierra Leone scheint aber die Goro-Staude auch durch die Neger angebaut zu werden.
Heinrich Barth sagt, daß die in Timbuktu vorkommende Goro- oder, wie er schreibt, Guro-Nuß aus den Provinzen von Tamgrera, von Tente und Koni komme, daß die auf dem Markte von Kano vorkommende hingegen aus der nördlichen Provinz Assanti's komme, von einer Stadt, Namens Sselga.
Man unterscheidet die echte Goro-Nuß, deren Inneres dunkelrosenfarbig, von angenehmem bitteren Geschmacke und nicht schleimartig ist, mit einer Abart derselben, ebenfalls inwendig roth, aber weniger bitter und einen gummiartigen Schleim beim Zerkauen abgebend. Diese beiden sind bekannt unter dem Namen sterculia acuminata. Sodann die weiße oder unechte Goro-Nuß, die nur an der Küste vorkommt und am wenigsten bitter ist. Es ist dies die sterculia macrocarpa.