Als wir uns Sues näherten, sahen wir die Stadt im Festkleid: die Schiffe auf der Rhede, die beflaggten Häuser, die Ehrenpforten und Blumenkränze verkündeten ein Ereigniss: die Anwesenheit des Chedive.

Abends um 9 Uhr am 27. April wurde unser Dampfer am Steindamm des Hafens befestigt, und am folgenden Tage früh bezogen wir das schon so oft bewohnte Sues-Hotel.

Der Chedive Tewfik hatte kaum meine Ankunft vernommen, als er zu mir schickte, mit der Bitte, ihn zu besuchen. Er war zum ersten mal in Sues, nicht etwa seit seiner Regierungszeit, sondern überhaupt seit seiner Geburt. Der Chedive hatte bis dahin Kairo noch nie verlassen!

Ich gab nun noch meinen Mönch auf dem Patriarchat in Cairo ab, wo man ihn freundlich aufnahm und ihm die Möglichkeit in Aussicht stellte, in Bälde mit andern abessinischen Mönchen seine Pilgerreise nach Jerusalem fortsetzen zu können. Ich selbst reiste dann ohne Aufenthalt über Neapel der Heimat zu, traf am 15. Mai in Berlin und einige Tage später in Weimar ein. Im ganzen also hatte meine Reise nach Abessinien nur sieben und einen halben Monat gedauert.

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Druck von F. A. Brockhaus in Leipzig.

MODERNE KUNST IN ABESSINIEN.