Frau Buchner: Wilhelm! Ich weiß, was ich verlange, aber ich . . . Sie müssen sich vor Ihrem armen Vater erniedrigen — erst dann werden Sie sich wieder ganz frei fühlen. Rufen Sie ihn an! beten Sie ihn an! ach Wilhelm! das müssen Sie thun! Seine Kniee müssen Sie umklammern — und wenn er Sie mit dem Fuße tritt, wehren Sie sich nicht! reden Sie kein Wort! geduldig wie ein Lamm! glauben Sie mir — einer Frau, die Ihr Bestes will.
Wilhelm: Sie wissen nicht . . . Sie wissen doch nicht, was Sie von mir . . . O Sie müssen Gott dankbar sein, Frau Buchner, daß er Ihnen Ihre eigene Grausamkeit verborgen hat. Ruchlos mag das sein. Was ich gethan habe, mag ruchlos sein. Aber was ich durchgemacht habe, — da! — innerlich durchgekämpft, durchlitten — diese furchtbaren Peinigungen . . . . Er hat Alles auf mich geladen — und am Ende zu allem noch diese verfluchte Schuld . . . . . . . . . Aber dennoch . . . . . . . .! (nach einem langen, tiefen Blick, in Ida’s Augen, sich aufringend, bis zu einem festen Entschluß). Vielleicht — gelingt es mir — dennoch!
Zweiter Vorgang.
Der Raum ist leer. Sein Licht erhält er zum Theil von einer im Treppenraum angebrachten rothen Ampel, dann aber, und zwar hauptsächlich, durch die offenen Thüren linker Hand aus dem Seitengemach. Hier sitzt man, wie das Klingen der Gläser, das Klappern und Klirren von Tellern und Bestecks verräth, bei Tafel.
(Ida, gleich darauf Wilhelm aus dem Nebengemach).
Ida: Endlich! (einschmeichelnd.) Du mußt doch nun an Vater denken, Willy! sei mir nicht böse, aber wenn Du Vater etwas — abzubitten hast, dann mußt Du doch nicht warten, bis er zu Dir herunter . . . . . . . . . .
Wilhelm: Wollte Vater zu Tisch ’runterkommen!
Ida: Versteht sich! Mama hat ihn . . . .
Wilhelm (umschlingt und preßt Ida plötzlich, mit impulsiver Leidenschaftlichkeit stürmisch an sich).
Ida: Ei . . . . . ach — Du — wenn Jemand . . . . mein Haar wird ja . . . . . .