Wilhelm (läßt die Arme schlaff an ihr heruntergleiten, faltet die Hände, senkt den Kopf und steht, jäh ernüchtert, wie ein ertappter Verbrecher vor ihr).
Ida (ihr Haar ordnend): Was für ein stürmisches Menschenkind Du doch bist.
Wilhelm: Stürmisch nennst Du das. — Ich nenne es — ganz — anders . . . . . . . . .
Ida: Aber Willy! — warum denn nun auf einmal wieder so niedergeschlagen? unverbesserlich bist Du doch.
Wilhelm (ihre Hand krampfhaft fassend, den Arm um ihre Schulter legend, zieht er sie hastigen Schrittes mit sich durch den Saal): Unverbesserlich. Ja, siehst Du! das eben . . . . . ich fürchte ja nichts so sehr, als daß ich . . . . . als daß alle Deine Mühen um mich vergebens sein könnten. Ich bin so entsetzlich wandelbar! (auf die Stirn deutend) da hinter ist kein Stillstand! Schicksale in Secunden! mich selbst fürcht’ ich. Vor sich selbst auf der Flucht sein: kannst Du Dir davon einen Begriff machen? Siehst Du, und so fliehe ich — mein Leben lang.
Ida: Am Ende . . . . ach nein das paßt nicht — —
Wilhelm: Sag’ doch!
Ida: Manchmal . . . . ich hab’ mir nur schon manchmal gedacht . . . . wirklich, es ist mir manchmal so vorgekommen, als ob — sei nicht böse — als ob garnichts da wäre, wovor Du fliehen müßtest. Ich habe selbst schon . . . .
Wilhelm: O Du, das glaube nicht! hast Du Robert beobachtet, hast Du gesehen?
Ida: Nein — was?