Auguste: Ein Arzt muß kommen — sonst lauf’ ich selbst, ich fürchte mich nicht, und wenn ich bis Friedrichshagen laufen muß.
Frau Scholz: I warum nich gar! — jetzt mitten in der Nacht — wart’ nur, wart’ — laß mich nur machen! (Frau Scholz, Frau Buchner und Auguste hastig zurück ins Nebenzimmer.)
Frau Buchner (kaum verschwunden, erscheint wieder. Schon bevor sie abging, hat sie ihren Blick verstohlen und kummervoll mehrmals auf Wilhelm gerichtet, der immer noch stumm und düster auf seinem Platze verharrt. Ein Blick überzeugt Frau Buchner, daß, außer Wilhelm und ihr selbst, Niemand zugegen ist. Hastig zuerst, dann mehr zögernd, nähert sie sich Wilhelm.)
Wilhelm (hat ihre Annäherung bemerkt, hebt den Kopf): Was w… wollen Sie? ich — habe Ihnen — ja doch — Alles vorher gesagt.
Frau Buchner: Aber ich wollte es Ihnen nicht glauben. — Ich konnte mir das nicht vorstellen.
Wilhelm: Und jetzt glauben — Sie es?!
Frau Buchner: Ich — weiß — nicht . . . .
Wilhelm: Weshalb belügen Sie mich? — sagen Sie doch — getrost, — ja. — Daß es so kommen mußte, war ja . . . . es war ja so lächerlich selbstverständlich. — Wie habe ich mich nur so können verblenden lassen!
Frau Buchner (mit Fiebereifer): Wilhelm! ich halte Sie heute, wie damals, für einen guten und edlen Menschen. Ich versichere Sie: nicht einen Augenblick lang habe ich an Ihnen gezweifelt. Auch jetzt, wo mir auf einmal so angst und bange wird . . . .
Wilhelm (erhebt sich, holt tief Luft ein, wie Jemand der Beklemmungen fühlt): Es ist mir nur . . . . ich wußte es ja längst und doch . . . . . .