Frau Buchner (das Gesicht mit den Händen bedeckend, wie Jemand, der sich schämt, weinend ab durch den Treppenausgang).

Wilhelm (thut mechanisch ein paar Schritte hinter ihr drein, steht still, sucht seiner inneren Bewegung Herr zu werden, muß sich aber plötzlich, von Weinen geschüttelt, an der Wand stützen.)

Ida (ihr Gesicht ist bleich, ihre Mienen drücken Ernst und Besorgniß aus. Sie tritt leisen Schrittes zu Wilhelm, umfaßt ihn und drückt ihre Wange an die seine): Ach, Willy! sieh’ ’mal: es kommen trübe und — es kommen — nicht, Willy? — es kommen auch wieder helle Tage. Wer wird sich gleich so . . . . . so ganz und gar muthlos machen lassen.

Wilhelm (leidenschaftlich stammelnd): Ida! — Einzige!! — Liebste!! — Süße — wie soll ich denn nur . . . . . wie sollt ich denn nur jetzt leben ohne Dich? — Deine Stimme, Deine Worte, Dein ganzes süßes, wunderbares Wesen, Deine Hände . . . . . . Deine milden, treuen Hände.

Ida: Denkst Du ich? — Denkst Du ich möchte leben, ohne Dich? — Nein Du! — wir wollen uns umschlingen und nicht los lassen — fest — fest — und so lange es so ist . . . . . .

Wilhelm: Ja, ja! — aber — wenn’s nun ’mal anders würde?

Ida: Ach, sprich nicht so!

Wilhelm: Ich meine ja nur . . . . man kann doch nie wissen . . . Eins kann sterben . . . .

Ida: Ach, wir sind jung.

Wilhelm: Wenn auch. — Einmal kommt’s doch auch — alt werd’ ich so wie so nicht.