Mäurer
(lustig erregt):
Ich bin ein Gott, wenn ich sechs bis acht Stunden täglich ausschließlich mir überlassen bin. Ein Tag in Gesellschaft macht mich zu jenem geschlagenen, ausgeplünderten, armen Mann, der von Jerusalem nach Jericho zog und unter die Mörder fiel.
Fräulein Majakin:
Oh, ich liebe Gesellschaft, ich liebe die Menschen!
Mäurer:
Und also gefällt Ihnen höchst wahrscheinlich unsre Insel, wo es keine Wiener Cafés, keine Konzerte und keine Theater gibt, nicht?
Fräulein Majakin:
Oh nein, ich begreife wohl, wie dies alles von eine beängstigend kalte Größe und Schönheit ist. Nur ich leide in solche Umgebung an eine schwere Empfindung von die eigne Geringfügigkeit und Verlassenheit. Dagegen ich liebe, wie eine Gott: der Mensch! Mir sagen nichts diese tote Sandhügel, wo nichts auf die Schrei meines Herzens hört. Ich bin für ihr nicht, und sie sind für mir nicht, und nur der Mensch ist dem Menschen Gott, Himmel, Welt, Heimat und Zufluchtsort. Ich kann in die tote Natur keine Sinn bringen.