(mit Überwindung):

Es werden bessere Zeiten kommen!

Eveline:

Immer morgen, morgen, heute nicht. Heute borg ich mir, was sag ich, erbettle ich mir zwanzig Mark zur Reise von Doktor Rasmussen, und morgen zahl ich vielleicht ein Billett erster Klasse rund um die Welt. Heute leb ich mit meiner Tochter von einer altbacknen Schrippe und etwas abgelassener Milch, und morgen werd ich bei Dressel und Uhl essen. Das ist mir nichts Neues, ich kenne das! Von diesem »morgen« wird man nicht satt. Das ist höchstens für arme, hungrige Säuglinge der mit Essig und Galle getränkte Lutschpfropfen. Man denkt: dein Mann hat dich heute verlassen und morgen kommt er wieder zu dir zurück. Jawohl. Aber wie? Von vier Männern getragen, vielleicht auf dem Sterbebette. — Ich muß ihn sehn! Wo ist Gabriel?

Lucie:

Sie werden sich jedenfalls erst beruhigen! Vielleicht sehen Sie ein, daß eine Begegnung in diesem Zustand für beide Teile nicht ratsam ist!

Eveline:

Was heißt das? Was tut ihr alle mit mir? Warum laßt ihr mich nicht zu Gabriel? Warum sagt ihr mir nicht, was geschehen ist? Es ist mir alles hier so unheimlich! Was sind das für Stimmen hier nebenan?

Lucie