Hoffmann. Das ist es eben: der Arzt hier ist ganz besonders tüchtig; und, weißt Du, so viel habe ich bereits weg: Gewissenhaftigkeit geht beim Arzt über Genie.
Loth. Vielleicht ist sie eine Begleiterscheinung des Genies im Arzt.
Hoffmann. Mein’twegen, jedenfalls hat unser Arzt Gewissen. Er ist nämlich auch so’n Stück Ideologe, halb und halb unser Schlag — reussirt schauderhaft unter Bergleuten und auch unter dem Bauernvolk. Man vergöttert ihn geradezu. Zu Zeiten übrigens ’n recht unverdaulicher Patron, ’n Mischmasch von Härte und Sentimentalität. Aber, wie gesagt, Gewissenhaftigkeit weiß ich zu schätzen! — Unbedingt! — Eh ich’s vergesse .... es ist mir nämlich darum zu thun .... man muß immer wissen, wessen man sich zu versehen hat .... Höre! .... sage mir doch .... ich seh Dir’s an, die Herren am Nebentische haben nichts Gutes über mich gesprochen. — Sag’ mir doch, bitte, was sie gesprochen haben.
Loth. Das sollte ich wohl nicht thun, denn ich will Dich nachher um zweihundert Mark bitten, geradezu bitten, denn ich werde sie Dir wohl kaum je wiedergeben können.
Hoffmann zieht ein Checbuch aus der Brusttasche, füllt einen Chec aus, übergiebt ihn Loth. Bei irgend einer Reichsbankfiliale .... Es ist mir ’n Vergnügen ....
Loth. Deine Fixigkeit übertrifft alle meine Erwartungen. — Na! — ich nehm es dankbar an und Du weißt ja: übel angewandt ist es auch nicht.
Hoffmann mit Anflug von Pathos. Ein Arbeiter ist seines Lohnes werth! — Doch jetzt, Loth, sei so gut, sag’ mir, was die Herren am Nebentisch ....
Loth. Sie haben wohl Unsinn gesprochen.
Hoffmann. Sag’ mir’s trotzdem, bitte! — Es ist mir lediglich interessant, ledig—lich interessant —
Loth. Es war davon die Rede, daß Du hier einen anderen aus der Position verdrängt hättest, — einen Bauunternehmer Müller.