Loth. Wa... was — sagst Du?

Dr. Schimmelpfennig. S’ thut mir leid, Loth, aber sagen muß ich Dir’s doch. Du kannst ja dann noch machen, was Du willst. Die Sache war kein Spaß. Sie waren gerade wie jetzt zum Besuch hier. Sie ließen mich holen, eine halbe Stunde zu spät. Der kleine Kerl hatte längst verblutet.

Loth mit den Zeichen tiefer, furchtbarer Erschütterung an des Doktors Munde hängend.

Dr. Schimmelpfennig. Nach der Essigflasche hatte das dumme Kerlchen gelangt in der Meinung, sein geliebter Fusel sei darin. Die Flasche war herunter- und das Kind in die Scherben gefallen. Hier unten, siehst Du, die vena saphena, die hatte es sich vollständig durchschnitten.

Loth. W... w...essen Kind sagst Du ...?

Dr. Schimmelpfennig. Hoffmann’s und eben derselben Frau Kind, die da oben wieder ... Und auch die trinkt, trinkt bis zur Besinnungslosigkeit, trinkt, soviel sie bekommen kann.

Loth. Also von Hoffmann ... Hoffmann geht es nicht aus?!

Dr. Schimmelpfennig. Bewahre! Das ist tragisch an dem Menschen; er leidet darunter, so viel er überhaupt leiden kann. Im Übrigen hat er’s gewußt, daß er in eine Potatorenfamilie hinein kam. Der Bauer nämlich kommt überhaupt gar nicht mehr aus dem Wirthshaus.

Loth. Dann freilich — begreife ich manches — nein! Alles begreife ich — alles. Nach einem dumpfen Schweigen. Dann ist ihr Leben hier ... Helenens Leben — ein ... ein — wie soll ich sagen?! mir fehlt der Ausdruck dafür — ... nicht?

Dr. Schimmelpfennig. Horrend geradezu! Das kann ich beurtheilen. Daß Du bei ihr hängen bliebst, war mir auch von Anfang an sehr begreiflich. Aber wie ges...