Loth. Hör’ mal Du: mach’ Dir darüber um Gottes Willen keine Scrupel. Die Verhältnisse liegen auch gar nicht mal so complicirt, sind im Grunde sogar furchtbar einfach.

Dr. Schimmelpfennig. Einfach furchtbar solltest Du eher sagen.

Loth. Ich meine, was die Hindernisse anbetrifft.

Dr. Schimmelpfennig. Ich auch zum Theil. Aber auch überhaupt: ich kann mir nicht denken, daß Du diese Verhältnisse hier kennen solltest.

Loth. Ich kenne sie aber doch ziemlich genau.

Dr. Schimmelpfennig. Dann mußt Du nothwendigerweise Deine Grundsätze geändert haben.

Loth. Bitte, Schimmel, drück’ Dich etwas deutlicher aus.

Dr. Schimmelpfennig. Du mußt unbedingt Deine Hauptforderung in Bezug auf die Ehe fallen gelassen haben, obgleich Du vorhin durchblicken ließt, es käme Dir nach wie vor darauf an, ein an Leib und Seele gesundes Geschlecht in die Welt zu setzen.

Loth. Fallen gelassen? ... fallen gelassen? Wie soll ich denn das ...

Dr. Schimmelpfennig. Dann bleibt nichts übrig ... dann kennst Du eben doch die Verhältnisse nicht. Dann weißt Du zum Beispiel nicht, daß Hoffmann einen Sohn hatte, der mit drei Jahren bereits am Alkoholismus zu Grunde ging.