Loth. Das will ich meinen. Das hat Zweck! Bei mir hat es Zweck. Du weißt nicht, wie ich mich durchgefressen hab’ bis hierher. Ich mag nicht sentimental werden. Ich hab’s auch vielleicht nicht so gefühlt, es ist mir vielleicht nicht ganz so klar bewußt geworden wie jetzt, daß ich in meinem Streben etwas entsetzlich Ödes, gleichsam Maschinenmäßiges angenommen hatte. Kein Geist, kein Temperament, kein Leben, ja wer weiß, war noch Glauben in mir? Das alles kommt seit ... seit heut wieder in mich gezogen. So merkwürdig voll, so ursprünglich, so fröhlich ... Unsinn, Du capirst’s ja doch nicht.
Dr. Schimmelpfennig. Was Ihr da alles nöthig habt, um flott zu bleiben, Glaube, Liebe, Hoffnung. Für mich ist das Kram. Es ist eine ganz simple Sache: die Menschheit liegt in der Agonie, und unser einer macht ihr mit Narkoticis die Sache so erträglich als möglich.
Loth. Dein neuester Standpunkt?
Dr. Schimmelpfennig. Schon fünf bis sechs Jahre alt und immer derselbe.
Loth. Gratulire!
Dr. Schimmelpfennig. Danke!
Eine lange Pause.
Dr. Schimmelpfennig nach einigen unruhigen Anläufen. Die Geschichte ist leider die: ich halte mich für verpflichtet ... ich schulde Dir unbedingt eine Aufklärung. Du wirst Helene Krause, glaub ich, nicht heirathen können.
Loth kalt. So, glaubst Du?
Dr. Schimmelpfennig. Ja, ich bin der Meinung. Es sind da Hindernisse vorhanden, die gerade Dir ...