Loth. Der existirt allerdings. Sie, Fräulein! — und Du, Hoffmann! weißt wahrscheinlich nicht, welche furchtbare Rolle der Alkohol in unserem modernen Leben spielt ... Lies Bunge, wenn Du Dir einen Begriff davon machen willst. — Mir ist noch gerade in Erinnerung, was ein gewisser Everett über die Bedeutung des Alkohols für die Vereinigten Staaten gesagt hat. — Notabene, es bezieht sich auf einen Zeitraum von zehn Jahren. Er meint also: der Alkohol hat direct eine Summe von 3 Milliarden und indirect von 600 Millionen Dollars verschlungen. Er hat 300000 Menschen getödtet, 100000 Kinder in die Armenhäuser geschickt, weitere Tausende in die Gefängnisse und Arbeitshäuser getrieben, er hat mindestens 2000 Selbstmorde verursacht. Er hat den Verlust von mindestens 10 Millionen Dollars durch Brand und gewaltsame Zerstörung verursacht, er hat 20000 Wittwen und schließlich nicht weniger als 1 Million Waisen geschaffen. Die Wirkung des Alkohols, das ist das Schlimmste, äußert sich so zu sagen bis in’s dritte und vierte Glied. — Hätte ich nun das ehrenwörtliche Versprechen abgelegt, nicht zu heirathen, dann könnte ich schon eher trinken, so aber ... meine Vorfahren sind alle gesunde, kernige und wie ich weiß, äußerst mäßige Menschen gewesen. Jede Bewegung, die ich mache, jede Strapaze, die ich überstehe, jeder Athemzug gleichsam führt mir zu Gemüth, was ich ihnen verdanke. Und dies, siehst Du, ist der Punkt: ich bin absolut fest entschlossen die Erbschaft, die ich gemacht habe, ganz ungeschmälert auf meine Nachkommen zu bringen.
Frau Krause. Du! — Schwiegersuhn! — inse Bargleute saufen woarhaftig zu viel: doas muuß woar sein.
Kahl. Die saufen wie d’ Schweine.
Helene. Ach, so was vererbt sich?
Loth. Es giebt Familien, die daran zu Grunde gehen, Trinkerfamilien.
Kahl halb zu Frau Krause, halb zu Helene. Euer Aaler, dar treibt’s au a wing zu tull.
Helene weiß wie ein Tuch im Gesicht, heftig. Ach, schwatzen Sie keinen Unsinn!
Frau Krause. Ne, doch hier enner a su ein patziges Froovulk oa; a su ne Prinzessen. Hängst de wieder a mol die Gnädige raus, wie? — A su fährt se a Zukinftigen oa. Zu Loth, auf Kahl deutend. ’s is nämlich d’r Zukinftige, missen Sie nahmen, Herr Dukter, ’s is alles eim Renen.
Helene aufspringend. Hör auf! oder ... hör auf, Mutter! oder ...
Frau Krause. Do hiert doch aber werklich ... na, do sprecha Se, Herr Dukter, iis das wull Bildung, hä? Weeß Gott, ich hal’ se wie mei egnes Kind, aber die treib’s reen zu tull.