Kahl. Wull’n ’S amol was hibsches sah’n? Er streckt den Arm mit der geschlossenen Hand über den Zaun.
Loth nähergehend. Was haben Sie denn da?
Kahl. Rootha See! Er öffnet gleich darauf seine Hand.
Loth. Waas?! — es ist also wirklich wahr: Sie schießen Lerchen! Nun für diesen Unfug, Sie nichtsnutziger Bursche, verdienten Sie geohrfeigt zu werden, verstehen Sie mich! Er kehrt ihm den Rücken zu und geht quer durch den Hof zurück, Beibst und den Mädchen nach. Ab.
Kahl starrt Loth einige Augenblicke dumm verblüfft nach, dann ballt er die Faust verstohlen, sagt: Dukterluder! wendet sich und verschwindet rechts. — Während einiger Augenblicke bleibt der Hof leer.
Helene, aus der Hausthür tretend, helles Sommerkleid, großer Gartenhut. Sie blickt sich ringsum, thut dann einige Schritte auf den Thorweg zu, steht still und späht hinaus. Hierauf schlendert sie rechts durch den Hof und biegt in den Weg ein, welcher nach dem Wirthshause führt. Große Packete von allerhand Thee hängen zum Trocknen über dem Zaune: daran riecht sie im Vorübergehen. Sie biegt auch Zweige von den Obstbäumen und betrachtet die sehr niedrig hängenden, rothwangigen Aepfel. Als sie bemerkt, daß Loth vom Wirthshaus her ihr entgegen kommt, bemächtigt sich ihrer eine noch stärkere Unruhe, so daß sie sich schließlich umwendet und vor Loth her in den Hof zurückgeht. Hier bemerkt sie, daß der Taubenschlag noch geschlossen ist und begiebt sich dorthin durch das kleine Zaunpförtchen des Obstgartens. Noch damit beschäftigt, die Leine, welche, vom Winde getrieben, irgendwo festgehakt ist, herunter zu ziehen, wird sie von Loth, der inzwischen herangekommen ist angeredet.
Loth. Guten Morgen, Fräulein!
Helene. Guten Morgen! — Der Wind hat die Schnur hinaufgejagt.
Loth. Erlauben Sie! Geht ebenfalls durch das Pförtchen, bringt die Schnur herunter und zieht den Schlag auf. Die Tauben fliegen aus.
Helene. Ich danke sehr.