Hoffmann. Ein großes Wort, Lothchen!
Loth. Im Ernst! — Mag sein, daß man mit den Jahren zu kritisch wird und zu wenig gesunden Instinkt besitzt. Ich halte den Instinkt für die beste Garantie einer geeigneten Wahl.
Hoffmann frivol. Der wird sich schon noch mal wiederfinden — lachend — der Instinkt nämlich.
Loth. — Schließlich, was kann ich einer Frau bieten? Ich werde immer mehr zweifelhaft, ob ich einer Frau zumuthen darf, mit dem kleinen Theile meiner Persönlichkeit vorlieb zu nehmen, der nicht meiner Lebensarbeit gehört — dann fürchte ich mich auch vor der Sorge um die Familie.
Hoffmann. Wa... was? — vor der Sorge um die Familie? Kerl! hast Du denn nicht Kopf, Arme, he?
Loth. Wie Du siehst. Aber ich sagte Dir ja schon, meine Arbeitskraft gehört zum größten Theil meiner Lebensaufgabe und wird ihr immer zum größten Theil gehören: sie ist also nicht mehr mein. Ich hätte außerdem mit ganz besonderen Schwierigkeiten ....
Hoffmann. Pst! klingelt da nicht Jemand?
Loth. Du hältst das für Phrasengebimmel?
Hoffmann. Ehrlich gesprochen, es klingt etwas hohl! Unser einer ist schließlich auch kein Buschmann, trotzdem man verheirathet ist. Gewisse Menschen geberden sich immer, als ob sie ein Privilegium auf alle in der Welt zu vollbringenden guten Thaten hätten.
Loth heftig. Gar nicht! — denk ich gar nicht d’ran! — Wenn Du von Deiner Lebensaufgabe nicht abgekommen wärst, so würde das an Deiner glücklichen materiellen Lebenslage mitliegen.