[2] Festschrift der Kaiser Wilhelm-Gesellschaft, 1921, S. 261.
[4] Friedrich v. Schöler (1772/1840), der von 1807 bis 1834 als ausgezeichneter und in schwierigen Situationen bewährter Diplomat bei der preußischen Gesandtschaft in Petersburg tätig war, ehe er in gleicher Eigenschaft an den Frankfurter Bundestag übersiedelte, hat in seinen regelmäßigen Berichten an Friedrich Wilhelm III., die für einen Teil dieser Veröffentlichung trotz ihrer Verwertung in Th. Schiemanns Geschichte Rußlands noch manch’ wertvollen Beitrag liefern, sofort von der Anwesenheit des Prinzen Wilhelm in der russischen Hauptstadt Notiz genommen: „Seine Kgl. Hoheit ist im Winterpalais abgestiegen, in einem neuen Appartement, den Zimmern Ihrer Majestät der regierenden Kaiserin so nahe als möglich; die Wohnung Sr. Majestät des Kaisers liegt ebenfalls in diesem Teil des Schlosses; Seine Kgl. Hoheit waren daher so zu sagen im Augenblick des Eintretens von den Armen der ganzen kaiserlichen Familie auf das liebevollste und herzlichste umfangen.“ (Schöler an den König, 21. 12./2. 1. 1827/8) — Prinz Wilhelm selbst berichtet über Schwester und Schwager: „Nicolas ist unbegreiflich stark geworden, so, daß er von hinten dem seligen Kaiser erinnert; dabei ist er auch im Gesicht viel wohler und stärker als vorig(es) Jahr, sodaß dieses Kaiser-Paar seines Gleichen suchen kann.“
[5] „Am 8. December verließen die Botschafter von England, Sir Stratfort Canning, und Frankreich, General Graf Guilleminot, und am 16. December auch der russische Gesandte, v. Ribeaupierre, Konstantinopel, um sich über Smyrna nach dem Occident zu begeben. Fast gleichzeitig traf von Wien die Nachricht ein, daß Metternich, offenbar im Gefühl der Unmöglichkeit, unter den obwaltenden Umständen der Stimme der Billigkeit und Mäßigung Gehör zu verschaffen, die ihm übertragene Vermittlung ablehne. Der österreichische Internuntius Baron v. Ottenfels — von den Vertretern der Großmächte der einzige, der bis dahin in einiger Verbindung mit den türkischen Ministern geblieben war — verlor damit ebenfalls alles Vertrauen, und die Pforte stand ohne jeglichen diplomatischen Rat da.“ (G. Rosen, Geschichte der Türkei, 1826 bis 1856, Erster Teil, 1866, S. 55.) Dazu die Bemerkung des Prinzen Wilhelm, St. Petersburg, 23. Dec./4. Jan. 1827/8: .... Vor drei Tagen erhielt der Kaiser die Nachricht, daß Ribeaupierre nicht nach Odessa, sondern widriger Winde halber nach Triest hat gehen müssen, ein Zufall, der dem Kaiser sehr lieb ist, indem er sagte: der Himmel habe die Instruktion ihm zukommen lassen, die er vergessen habe, ihm nach Konstantinopel zu senden. Ribeaupierre erhält Befehl, in Triest zu bleiben und sich womöglich mit seinen zwei Kollegen fortwährend in Kommunikation zu erhalten.
[6] Auf einen nicht erhaltenen Brief vom 4./16. Januar 1828 bezieht sich folgender Satz aus einem Schreiben Friedrich Wilhelms III. an seinen Sohn aus Berlin, den 18./30. des genannten Monats:.... Der Bericht hatte für mich das bedeutendste Interesse, da ich aus ihm besser als auf irgend eine Weise die Art ersah, wie man oder besser gesagt, wie der Kaiser seine Lage und die Lage der Dinge im Orient überhaupt in Beziehung auf die griechische Angelegenheit beurteilt. Du hast in diesem Berichte auf’s Neue zu beweisen, mit welcher Aufmerksamkeit und Auffassungsgabe Du einem so wichtigen Gegenstand zu folgen weißt und freut es mich, Dir darüber meine Zufriedenheit ausdrücken zu können....
[7] „Der erste Grund an der Verzögerung, welche die Ausführung des Friedensbeschlusses erleidet, bleibt immer die Liebe des Schahs zu seinen Schätzen. Er soll sich nicht entschließen können mehr als 100000 Kruß, die ungefähr zweimal so viel Silberrubel wert sein mögen, in einem Tage auszugeben. Da nun Sr. Majestät genötigt ist, sich von dem Werte von 5 Millionen Kruß oder 40 Millionen Rubel Banco-Assignationen zu trennen, so würde die Auszahlung jedenfalls etwas lange dauern, wenn General Paskewitsch nicht die Mittel hätte, einige Beschleunigung in dieselbe zu bringen. Indeß soll die Fortschaffung dieses baren Geldes von Teheran bis Tawris nicht unbedeutende Schwierigkeiten haben, unter welchen die Neigung des früheren Besitzers desselben, bei dieser Gelegenheit wieder zu dem ihrigen zu gelangen, vielleicht nicht die kleinste sein dürfte.“ (Schöler, 25. Jan./6. Febr. 1823.)
[8] Der russische Gesandte in Paris.
[9] Das ausgesprochen reaktionäre Ministerium Villèle war Anfang Januar 1823 durch den gemäßigten Royalisten Martignac ersetzt worden, der eine freiheitlichere innere Entwicklung anstrebte.
[10] „Prinz Wilhelm hat aus Petersburg an den Major v. Wilisen geschrieben, der Kaiser Nikolaus werde in keinem Falle von seinem bisherigen Gange hinsichtlich der Türken nachlassen; der Krieg sei unvermeidlich, wenn die Türken nicht nachgeben. Er ist sehr gegen Österreich, dessen Schuld es sei, daß man nicht längst aufs Reine gekommen sei und dem allein alles bevorstehende Blutvergießen zur Last falle. Mit dem jetzigen französischen Ministerium ist man in Petersburg sehr zufrieden, nennt es das ministère des braves gens und lacht über den Grafen Pozzo di Borgo, der da meint, es könne und dürfe keinen Bestand haben.“ (Varnhagen v. Ense in seinen „Blättern aus der Preußischen Geschichte“, am 5. Januar 1828.)
[11] Der „Kaiserliche IngenieurGeneral“ Pierre-Dominique Bazaine (1783/1838) war durch Napoleons Vermittlung seinerzeit in russische Dienste getreten und galt als ein ausgezeichneter Fachmann.