2) Bärenjagd. K. P. 899. Katal. 535.
Von links galoppiert in Begleitung eines Hundes ein Reiter heran mit dem Schwert in der Rechten. Dem Hintergrunde zu ein Jäger mit Netz über der Schulter. Rechts greifen drei Jäger mit Speer, Säbel und Bogen einen Bären an, der bereits gegen vier Hunde, deren einer überwunden am Boden liegt, kämpft. Im Hintergrunde rechts sucht ein junger Bär (?) einen Baum zu erklimmen.
3) Falkenbeize. K. P. 900. Katal. 536.
Links im Vordergrunde steht ein von rückwärts gesehener Jäger, der auf seiner linken Hand einen Falken trägt: neben ihm zwei Hunde. Rechts ein Reiter, der einen Falken steigen läßt, außerdem zwei Jäger, deren einer einen Hasen in der Linken trägt. In der Mitte ein Falke, der einen Hasen ergriffen hat. Dahinter ein nach rechts galoppierender Reiter mit Schwert in der Rechten. Drei fliegende Falken. Kornfeld.
III. Susanna. K. P. 462. Katal. 611. Oval, H. 0,045 m., Br. 0,039 m. Bleiguß. Tafel II.
Die nackte Susanna sitzt unter einem Baume in einem Bassin, die Füße im Wasser. Sie hat den Kopf nach rechts gewandt, den gekrümmten linken Arm zur Abwehr erhoben. Von rechts und links wird sie von den beiden Alten angegriffen. Links im Vordergrunde ein kleiner Hund. An dem Bassinsteine rechts die Jahreszahl 1580. Gezahnter Rand.
Während der Meister der Jagdscenen wenigstens in Bezug auf Komposition Selbständigkeit sich wahrt, begibt sich der Monogrammist L+D in sklavische Abhängigkeit von seinem Vorbilde. Auch er gehört der jüngeren Nürnberger Richtung an. Nagler (Monogr. Bd. IV, S. 332, Nr. 1015) deutet das Monogramm auf Leonhard Danner, einen Nürnberger Mechaniker, der von 1497-1585 lebte, und die Art der bei den Plaketten von L+D angewandten Technik scheint diese Deutung zu unterstützen. Das übertrieben hohe Relief, die kräftige harte, aber außerordentlich sichere Formengebung weist entschieden auf eine schwere Hand, die in sprödem Material zu arbeiten gewohnt ist. Zur Sicherheit würde diese Vermutung, wenn es sich bestätigt hätte, daß eine im Berliner Kunstgewerbemuseum befindliche Uhr (cf. R. Fischer, historisch-kritische Beschreibung der Kunstkammer in dem Neuen Museum zu Berlin. 1859. S. 15, Nr. 1440), die mit Plaketten von L+D geziert ist, auch wirklich von L. D. angefertigt wäre. Das scheint indessen nicht der Fall zu sein, denn nach brieflicher Mitteilung des Herrn Geheimrat Lessing sind die Plaketten auf der Tafeluhr nicht völlig identisch mit den Bleigüssen. »Sie sind sehr energisch ziseliert und hierbei können die an sich kleinen Abweichungen entstanden sein. Sie sind viel gröber als die Bleigüsse und haben keine Marke.«
Leonhard Danner scheint ein grübelnder Kopf gewesen zu sein, der große technische Probleme in seinem Hirne wälzte, ohne es zu verstehen, seine Fähigkeiten zur Verbesserung seiner äußeren Lage zu verwenden. Erst im letzten Drittel seines Lebens wurde er bekannt und berühmt durch seine Maschinen. So wenigstens ist wohl der Vers, der auf seinem Grabe sich fand, zu verstehen (s. Neudörffer, ed. Lochner S. 54):
»Seht an die einfältig Gestalt,
Doch sinnreichs Verstand und ward alt